Innenstadt soll attraktiver werden

Plan Verkehrsberuhigung durch Umgestaltung

Die Stadt Chemnitz treibt die Planungen zur Umgestaltung der Innenstadt auf Grundlage des kürzlich vorgestellten Siegerentwurf des Gutachterverfahrens weiter voran. Aktuelle Aspekte erläuterte Stadtplanungsamtsleiter Börries Butenop vergangene Woche auf einer Veranstaltung der FASA AG zum Thema "Solares Bauen - Zukunftsweisende Wohnquartiere". Mittelfristig soll die City an Attraktivität gewinnen und die Fußgängerfrequenz der Straße der Nationen erhöht werden, wobei Wohnen und Einzelhandel bei künftigen Bauvorhaben Priorität genießen. Obwohl derzeit lediglich elf Prozent des städtischen Einzelhandels in der Innenstadt angesiedelt sind, bescheinigt eine Studie Chemnitz ein erhebliches Potenzial an Zentralität. "Rund 20.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche können hier perspektivisch entstehen", so Butenop. Dies erfordert mittelfristig die Verkehrsberuhigung auf Bahnhof- und Brückenstraße, um einen fußgängergerechten Übergang vom Areal um die Stadthalle zum Quartier zwischen Kunstsammlung und Brühl zu erreichen. Der Umbau der Alten Aktienspinnerei zur Zentralbibliothek der TU Chemnitz ist daher nur ein Anfang, so Butenop weiter. Bislang ungenutzte Quartiere wie der Johannisplatz sind für mehrgeschossige Wohnhäuser mit Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss vorgesehen. "Die Nachfrage auch nach höherpreisigen Mietwohnungen ist durchaus vorhanden", erklärt Butenop. Optimistisch stimme zudem die positive Bevölkerungsentwicklung der Stadt. Entwicklungsrückstand gibt es dagegen aufgrund maroder Bausubstanz vieler Gebäude aus der Gründerzeit im nördlichen Sonnenberg. Rund 350 Gebäude der Stadt stehen derzeit unter Beobachtung. Im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) hat die Stadt für die nächsten Jahre Fördermittel für insgesamt drei Fördergebiete beim Freistaat beantragt. Die Bescheide werden für Ende November erwartet.