Integration: Wegweiser für Geflüchtete

Besuch Ministerin Petra Köpping informierte sich in Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung

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In der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung wird neben Deutschkenntnissen auch kulturelle Bildung vermittelt. Foto: Andreas Seidel

Vor zwei Jahren waren es noch rund 1.000 Flüchtlinge, die in der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung am Adalbert-Stifter-Weg lebten. Heute sind es gerade einmal 160 Menschen, die in der vom Malteser Hilfsdienst betriebenen Einrichtung versuchen, wieder Struktur in ihren Alltag zu bekommen.

"Auch wenn die Zahl der Menschen, die bei uns Asyl suchen, rückläufig ist, sind die Erstaufnahmeeinrichtungen derzeit immer noch wichtige Stationen für viele Menschen", sagte am Donnerstag Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration.

Die Menschen sollen hier ankommen können

Gemeinsam mit dem Präsidenten der Landesdirektion, Dietrich Gökelmann, informierte sie sich in Chemnitz über die aktuelle Situation. "Dabei stellt sich mir die Frage, wie wir unsere integrationsfördernden Maßnahmen weiter qualifizieren können. Für asylsuchende Menschen ist ein erster Wegweiser in unserer Gesellschaft, in die sie gerade erst gekommen sind, ganz entscheidend."

In der Ebersdorfer Einrichtung bekommen Kinder und Erwachsene neben Deutschkenntnissen beispielsweise auch kulturelle Bildung vermittelt. Der Unterricht teilt sich in wöchentlich 15 Stunden sprachliche und 15 Stunden kulturelle Vermittlung. Mit dem sächsischen Integrationspaket wurde im März 2016 das flächendeckende Angebot dieser Kurse festgelegt.

"Sachsen ist eines der wenigen Länder, in denen Erstorientierung auch dank des Sächsischen Volkshochschulverbandes ganz schnell angeboten werden kann. Die Bedeutung dieses sachsenweiten Pilotprojekts hat auch der Bund in seine Arbeit übernommen", so die Integrationsministerin. Um Angebote zur Erstorientierung in den Aufnahmeeinrichtungen zu erweitern, stehen im kürzlich beschlossenen Landesförderprogramm "Integrative Maßnahmen" für 2017 und 2018 jeweils weitere drei Millionen Euro zur Verfügung.