Ist das Auto alternativlos?

Modell Stadtrat widmet sich Forschungsprojekt über Mobilität

Mobilität ist eines der zentralen Themen wenn es um Nachhaltigkeit geht. Chemnitz ist seit jeher eine Autostadt. In der letzten Erhebung darüber - im Forschungsprojekt "Mobilität in Städten - SrV" der TU Dresden aus dem Jahr 2013 - ging Chemnitz mit einem Anteil des motorisierten Individualverkehrs von 56 Prozent hervor.

Zum Vergleich: In Rostock waren es 36, in Erfurt 42 Prozent. Aber lässt sich individuelles Mobilitätsverhalten aktiv beeinflussen? Wenn ja, wie? Welche finanziellen, baulichen oder sonstigen Anreize müssten durch wen geschaffen werden? In seiner nächsten Sitzung, heute in einer Woche, widmet sich der Stadtrat einem Projekt, das einen Beitrag zur Veränderung der Verkehrsmittelwahl und des Verkehrsverhaltens der Chemnitzer Bevölkerung leisten soll.

Das neue urbane Mobilitätsbewusstsein

In "Numic" geht es um ein "Neues urbanes Mobilitätsbewusstsein in Chemnitz". In dem auf drei Jahre angelegten Projekt, bei dem unter anderem die TU Chemnitz als Verbundpartner agiert, soll es um eine Steigerung der Lebensqualität in der Stadt gehen, zum Beispiel durch attraktive Mobilitätskonzepte, den Abbau städtebaulicher Barrieren oder das Gestalten von Räumen zum gemeinschaftlichen Erfahren von Stadt, heißt es in der Vorlage. Dabei soll abseits der verkehrsbelasteten Magistralen im Innenstadtbereich eine beispielhafte Modellroute für Fuß- und Radverkehr entwickelt und untersucht werden.

Laut Beschlussvorlage sollen Chemnitzer von Anfang an mitwirken können: auf einer webbasierten Innovationsplattform und mit Hilfe der MobiApp Chemnitz - von der Grundlagenermittlung über die Erprobung bis zur Evaluierung der Modellroute. Im Idealfall entstehe eine Bürger-Community, die sich mit lokalem Experten- und Nutzerwissen in Planungs-, Gestaltungs- und letztlich Entscheidungsprozesse der Stadt einbringt. Man gehe davon aus, dass ein nachhaltigeres Mobilitätsverhalten die Zufriedenheit der Bürger mit ihrer Mobilität erhöht.