Ist jedes fünfte Unternehmen ohne Zukunft?

Wirtschaft Umfrage der Kammern mit alarmierenden Zahlen zur Nachfolge

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Foto: Thomas Schmotz

Neben der Fachkräftesicherung ist die Unternehmensnachfolge eine der zentralen Herausforderungen der sächsischen Wirtschaftsstruktur. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn stehen in den kommenden fünf Jahren allein im Freistaat 5.300 Unternehmen vor der Übergabe, rund 2.000 im Kammerbezirk Chemnitz.

Besonders stark betroffen sind die Dienstleistungsbranche, der Handel und das Handwerk. Eine gemeinsame Umfrage der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern sowie des Landesverbandes der freien Berufe e.V. brachte jetzt ans Licht: 72 Prozent der sächsischen Unternehmen, deren Geschäftsführer oder Inhaber 50 Jahre oder älter sind, haben bisher keine konkrete Nachfolgeregelung getroffen. Jedes fünfte Unternehmen plant sogar die Schließung.

Unternehmens-Übergaben sind Langstreckenläufe

Kristian Kirpal, Präsident der Leipziger IHK, appellierte diese Woche im Namen der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern an die Unternehmen: "Eine erfolgreiche Übergabe ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Unternehmer müssen sich aufgrund der Komplexität langfristig mit dem Thema befassen und zugleich auch an eine Notfallplanung denken."

Die größten Herausforderungen bei der Übergabe seien das Finden eines Nachfolgers, die Vertragsgestaltung sowie die Sicherung der Altersvorsorge.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig betonte: "Der Freistaat Sachsen hält ein breites Spektrum an Unterstützungsangeboten dafür bereit, angefangen von der Beratungsförderung über Informationsveranstaltungen bis hin zu verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten."