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Jedem vierten droht Mini-Rente

Prognose 35.000 Arbeitnehmer sind zur Zeit unter der Grundsicherung

Chemnitz droht Altersarmut - in einem größeren Ausmaß als bislang angenommen. Das befürchtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Rund 35.000 Arbeitnehmer in Chemnitz würden - so, wie sie heute arbeiten - nur eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung bekommen. Und das, wenn sie nach immerhin 45 Berufsjahren in den Ruhestand gingen. Das sind 27 Prozent aller Beschäftigten in der Stadt. Die Schwelle für "Alters-Hartz-IV" liegt in Chemnitz bei aktuell 705 Euro im Monat. Dies geht aus einer Renten-Analyse des Pestel-Instituts hervor.

Volkmar Heinrich, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz, spricht von "alarmierenden Zahlen". Wer ein Leben lang gearbeitet habe, müsse später auch von seiner Rente leben können. Die Bundesregierung hat eine Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis lediglich 2025 vereinbart. "Das reicht nicht aus", so Heinrich. Die Große Koalition müsse das Rentenniveau längerfristig stabilisieren und möglichst anheben. Doch gerade wer einen Teilzeit- oder Minijob habe, müsse sich auf einen "extrem mageren Rentenbescheid" einstellen.

Deshalb sieht die NGG auch die Arbeitgeber in der Pflicht. Gerade in Branchen wie dem Gastgewerbe und Bäckerhandwerk müssten in Chemnitz viele Beschäftigte im Alter aufstocken. "Dabei haben Hoteliers, Gastronomen und Bäckermeister bei der Bezahlung durchaus Spielraum. Anstatt auf Aushilfen mit wenigen Wochenstunden zu setzen, sollten sie reguläre Vollzeitstellen schaffen - und zwar bezahlt nach Tarif", so der Gewerkschafter.



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