Jeder Dritte ohne Berufsabschluss ist arbeitslos

Arbeitsmarkt Je höher die Qualifikation, desto geringer die Arbeitslosenquote

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Wenn gut Qualifizierte arbeitslos werden, sind sie häufiger kürzer arbeitslos, weil sie schneller eine neue Beschäftigung finden. Foto: Rico Hinkel

Im Jahresdurchschnitt 2017 lag die Arbeitslosenquote in Chemnitz bei 7,6 Prozent. Das war die geringste Quote seit Erfassung der Arbeitsmarktstatistik im Chemnitzer Raum. In der kürzlich neu veröffentlichten Statistik werden nun auch die Arbeitslosenquoten für Menschen ohne Berufsabschluss, für gelernte Fachkräfte und Akademiker ausgewiesen.

Der Abschluss spielt dabei eine Rolle

Demnach sind Fachkräfte mit einem Berufsabschluss und Akademiker deutlich seltener von Arbeitslosigkeit betroffen als Menschen ohne beruflichen Abschluss. Geringqualifizierte sind zehnmal häufiger arbeitslos als Hochschulabsolventen und fast fünfmal öfter als Menschen mit einer Berufsausbildung.

Die qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten lagen in Chemnitz vergangenes Jahr für Akademiker bei 3,1 Prozent, für Facharbeiter bei 6,5 Prozent und für Menschen ohne Berufsabschluss bei 31,7 Prozent. "Wenn gut Qualifizierte arbeitslos werden, sind sie häufiger kürzer arbeitslos, weil sie schneller eine neue Beschäftigung finden", sagt Angelika Hugel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Chemnitz.

Bessere Qualifikation bringt mehr Geld

"Gut qualifizierte Menschen haben höhere Löhne als Menschen, die im Helferbereich arbeiten. So liegt das Lebensentgelt für eine Fachkraft um etwa 300.000 Euro über dem des Geringqualifizierten", so Hugel. Die Zahl der Geringqualifizierten und damit auch die Zahl der niedrig entlohnten Arbeitskräfte lasse sich vor allem durch die Investition in Bildung reduzieren.

"Genau hier zeigt sich, dass wir in Chemnitz auf dem richtigen Weg sind. Mit der Qualifizierung eröffnen wir diesen Menschen neue und nachhaltige Chancen auf Arbeit", sagte Hugel weiter. Allein 2017 konnten in Chemnitz rund 1.350 Menschen mit Unterstützung der Arbeitsagentur und des Jobcenters eine berufliche Qualifizierung beginnen.