"Jeder Einsatz ist einzigartig"

Menschen Notfallseelsorger bekommt die Annenmedaille

Karlpeter Neubert ist Notfallseelsorger bei der Caritas. Wenn er gerufen wird, ist ein Mensch unerwartet gestorben, sei es durch einen Unfall oder durch Suizid. Nach dieser Nachricht brauchen die Hinterbliebenen seelische Unterstützung. "Es geht in jedem Fall immer um den plötzlichen Tod", sagt Neubert. Und weil man sich auf das Unerwartete nicht vorbereiten kann, könne man auch keine Routine entwickeln. "Jeder Einsatz ist einzigartig", so der Notfallseelsorger. Seit 13 Jahren ist der Gablenzer in seiner ehrenamtlichen Funktion tätig. Kürzlich wurde er dafür von Sozialministerin Barbara Klepsch in Dresden mit der Annen-Medaille 2019 ausgezeichnet. Die Medaille wurde 1995 von der Sächsischen Staatsregierung zum Andenken an die wohltätige Kurfürstin Anna von Sachsen gestiftet. "Ich war überrascht, als ich Post aus Dresden bekam. Aber bin auch stolz", sagt Karlpeter Neubert. Wenn Betroffene die Nachricht vom Tod eines Angehörigen bekommen, sei es wichtig, ihnen Nähe zu geben, zuzuhören, aber auch minutenlanges Schweigen aushalten zu können. Die schwersten Einsätze sind für Neubert, der selbst Vater und Großvater ist, die, wenn Minderjährige ums Leben kommen. Karlpeter Neubert ist einer von insgesamt 14 Notfallseelsorgern der Caritas in Chemnitz, die mit ihren 24-Stunden-Bereitschaftsdiensten psychosoziale Unterstützung im Notfall bieten. Ehrenamtler in dem Bereich würden ständig gesucht, so Neubert.