Jeder Rathaus-Mitarbeiter fehlt fast 26 Tage im Jahr

Gesundheit Krankenstand in der Stadtverwaltung überdurchschnittlich hoch

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Foto: Linda Laub

Zahlen zufolge, die die Freie Presse jetzt veröffentlichte, beträgt der Krankenstand in Chemnitz um die fünf Prozent: An jedem Arbeitstag gehen von 20 Chemnitzer Beschäftigten nur 19 zur Arbeit - einer bleibt wegen körperlicher oder seelischer Leiden zuhause. In der Stadtverwaltung Chemnitz ist die Zahl noch einmal deutlich höher. Jeder der etwa 4.000 Beschäftigten fiel im Jahr 2017 im Durchschnitt 25,7 Arbeitstage aus. Am stärksten scheint die Gesundheit im Dezernat 3 gefährdet zu sein, das unter Bürgermeister Miko Runkel für Recht, Sicherheit und Umweltschutz zuständig ist: Auf acht Prozent der Arbeitstage summierte sich hier im Jahresschnitt der Krankenstand der 465 Dezernatsmitarbeiter.

Auch im Dezernat 5, dem mit 2.062 Beschäftigten größten der Stadt, lag der Krankenstand hoch: Auf 7,7 Prozent brachten es die Mitarbeiter für Bildung, Soziales, Jugend, Kultur und Sport. Hier bestehe aber - etwa bei Kindergärtnern - auch Ansteckungsgefahr. Im Durchschnitt am gesündesten sind die Mitarbeiter im Zentralbereich, auch ihr Krankenstand lag mit 5,3 Prozent noch über dem Chemnitzer Durchschnitt. Einen Ansatz für den insgesamt hohen Krankenstand, der teilweise doppelt so hoch ist wie im bundesdeutschen Durchschnitt 2017, sieht die Pressestelle der Stadt im hohen Durchschnittsalter der Verwaltungsmitarbeiter - dieses liegt bei 46,4 Jahren.

Man versuche, mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement gegenzusteuern, etwa mit "zahlreichen Kursen und Schulungen zu gesundheitlichen Themen, jährlichen Gesundheitstagungen oder Ergonomieberatungen am Arbeitsplatz". Länger erkrankte Mitarbeiter erwartet bei Rückkehr ein betriebliches Eingliederungsmanagement.