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Jobverlust wegen Mindestlohn

Wirtschaft Unternehmen stören sich an bürokratischen Auflagen

Die Industrie- und Handelskammer Chemnitz geht davon aus, dass in der Region wegen der Einführung des Mindestlohngesetzes Anfang des Jahres knapp ein Prozent der Arbeitsplätze abgebaut wurden. Dies gehe aus den regelmäßigen Umfragen der Kammer unter Unternehmen hervor. "Dass sich das in den Arbeitslosenstatistiken nicht widerspiegelt, liegt an der guten Konjunktur, die an anderer Stelle für Beschäftigungsaufbau sorgte", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich Ende vergangener Woche vor Journalisten. Weiterhin beklagte er eine ganze Reihe an Rechtsunsicherheiten und den Bürokratieaufwand, die sich aus dem Gesetz ergeben. Insbesondere bei der Dokumentation von Pausenzeiten und dem Umgang mit Praktika aller Art seien die Unternehmen unsicher: "Es gab vorher kein Gesetz, wo wir so sehr beratend tätig werden mussten wie hier", so Wunderlich. Ähnliche Schwierigkeiten erwartet die Kammer, wenn sich aktuelle Bestrebungen zur Neuregelung der Zeitarbeit und des Werkvertragsrechts durchsetzten: Sicher gäbe es schwarze Schafe, die die aktuellen Regelungen ausnutzten. Zeitarbeit sei aber vor allem in der Industrie ein Mittel, um kurzfristige Personal- oder Auftragsschwankungen auszugleichen - 40 Prozent der Industriebetriebe in der Region nutzten dieses Instrument. Neben den kurzfristigen Effekten sei Zeitarbeit darüber hinaus beliebt, um festangestellte Mitarbeiter zu akquirieren, ist sich die Kammer sicher. Zunehmend bemühen sich Unternehmen auch um die eigene Ausbildung: 3,3 Prozent mehr betriebliche Ausbildungsverhältnisse als im Vorjahr verzeichnete die Kammer zum 30. Juni 2015. Und die Zahlen könnten noch besser werden: Aktuell stehen laut IHK-Geschäftsführerin Bildung Gabriele Hecker noch 750 offene Lehrstellen in der IHK-Ausbildungsbörse.



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