Kaufhof-Schließung: Aufgeben ist keine Option

warenhaus Erhalt des Standortes hat größte Priorität

Am Freitag gegen 15 Uhr hatte der Betriebsrat der Chemnitz Galeria Kaufhof die Mitarbeiter darüber informiert, dass ihr Kaufhaus auf der Schließungsliste der Konzernführung steht. "Wir waren in Schockstarre. Es sind Tränen geflossen, aber jetzt befinden wir uns im Aktionsmodus", betont die stellvertretende Betriebsrätin Silke Arnold. In die Unterschriftenliste hätten sich bereits hunderte Menschen eingetragen. Mit allen verfügbaren Mitteln wolle man die Schließung abwenden. "Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und vielen Kunden und werden jetzt Kampfeskraft zeigen", unterstreicht der Betriebsratsvorsitzende Christian Wehner.

Auch die Gewerkschaft Ver.di möchte sich energisch für den Kaufhof einsetzen. "Dass hier keiner aufgibt, macht Mut, und wir werden in enger Kooperation mit der Stadt nun jeden Strohhalm ergreifen", sagt Gewerkschaftssekretärin Andrea Busch. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hat sich mit ersten Gesprächen in die Spur begeben. Das Aufgeben des Chemnitzer Glastempels mit einer Verkaufsfläche von 20.000 Quadratmetern soll verhindert werden. "Die Schließungspläne werden wir nicht einfach hinnehmen. In der kommenden Woche kommt das Kabinett nach Chemnitz, und das Thema Kaufhof muss behandelt werden", sagte Ludwig. Sie verwies dabei auf die erst 2019 erfolgte Verlängerung des Mietvertrages mit dem Eigentümer der Kaufhof-Immobilie, der DIC Asset AG aus Frankfurt/Main, für weitere zehn Jahre. "Es handelt sich um ein durchschnittlich gut funktionierendes Kaufhaus. Die Verkehrsanbindung und das damit erschlossene Einzugsgebiet sind optimal", betont Ludwig. Am Freitag initiiert das Chemnitzer Kaufhof-Team um 17 Uhr eine Menschenkette.