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Kaufverhalten: So stirbt unser Einzelhandel!

Reihe "Einzelhandel in Chemnitz stärken" - Heute: Giron Adventures auf dem Brühl

Chemnitz. 

Chemnitz. Hätte Sven Schöppe vor einem Jahr gewusst, was da in diesem Jahr auf ihn zukommt, wäre es wohl niemals zur Eröffnung seines Outdoor-Ladens auf dem Brühl gekommen. Giron Adventures feiert diesen Monat sein einjähriges Bestehen, wobei "feiern" wohl das falsche Wort dafür ist. "Wir sind sehr froh, dieses Jahr trotz vieler schwieriger Situationen geschafft zu haben. Die Chemnitzer nehmen unseren Laden an und sind begeistert von unserem skandinavischen Konzept." Er sei dankbar über viele treue Kunden, zum Überleben reiche es aber nicht: "Die coronabedingten Verluste im Frühjahr konnten nur durch weitere Investitionen abgefangen werden. Ohne neue Kredite, stattliche Soforthilfe und privates Geld würde es Giron heute nicht mehr geben", sagt Sven Schöppe ganz offen.

Nach Ostern nun auch Weihnachtsgeschäft bedroht

Dabei fing alles sehr gut an: "Die Phase nach der Eröffnung war grandios, auch der milde Winter war gut zu verkraften. Mit der Schließung im Zuge der Corona-Gegenmaßnahmen gingen die Sorgen los. Damit war das Ostergeschäft gelaufen. Jetzt steht auch noch das Weihnachtsgeschäft auf der Kippe." Der zweite Lockdown, der seit Anfang November erneut weite Teile der Wirtschaft lahmlegt, trifft den 39-Jährigen sogar noch härter - obwohl er diesmal nicht von der Schließung betroffen ist. "Wir haben zwar geöffnet, aber die Straßen sind menschenleer. Verständlich, wenn Gastronomie und Freizeiteinrichtungen quasi nicht existent sind. Auch das Einkaufen mit Maske schreckt leider viele Menschen ab. Das Schlimme daran ist: Es gibt diesmal keine Unterstützung vom Staat - wir Einzelhändler haben ja geöffnet." Im Frühjahr habe es mehr Solidarität seitens der Verbraucher gegeben. "Viele haben die Gastronomie oder den Einzelhandel in dieser schwierigen Situation ganz bewusst unterstützt. Leider sehe ich das im Moment fast gar nicht mehr."

Online-Geschäft richtig unterstützen

Stattdessen bestellen Verbraucher nicht nur ihre Weihnachtsgeschenke, sondern vermehrt auch Dinge des täglichen Bedarfs über Amazon und Co. - Zahnbürsten, Reiniger, Mülltüten, ja sogar Lebensmittel. Dafür fehlt dem Outdoor-Experten jegliches Verständnis: "Das hat schließlich direkte Auswirkungen auf den Lebensstandard derjenigen, die bei solchen Online-Riesen ihre Bestellungen aufgeben. Das Geschäft vor Ort spült Steuergelder in die Stadtkasse. Damit sichern wir uns Investitionen in Infrastruktur, Polizei- oder Lehrkräfte", erklärt Sven Schöppe. "Die meisten Steuern zahlt der Mittelstand, darunter die Gastronomen und wir Einzelhändler." Deshalb solle man, wenn schon per Internet, wenigstens die Online-Shops hiesiger Händler unterstützen. "So bleibt die Wirtschaftskraft der Stadt erhalten."

Ende des Monats wird auch Giron Adventures mit einem Online-Shop im Internet präsent sein. "Das wollte ich eigentlich nie, weil die fachliche Beratung vor Ort für mich unersetzbar ist. Aber wir haben keine andere Möglichkeit, wenn wir nicht sang- und klanglos untergehen wollen."

 

Mehr unter www.gironadventures.de sowie auf Facebook, Instagram und im Youtube-Kanal von Giron Adventures.