Kettensägen-Kunst als Herzstück

Folklore-Tage In der Stadthalle vermischen sich traditionelles und modernes Handwerk

Das Jahr 2015 stand für Enrico Kletke und Markus Baumgart ganz im Zeichen ihrer XXL-Krippenfiguren, die pünktlich zum Start in die Weihnachtszeit im Tropenhaus der Stadthalle platziert wurden. Die beiden Kettensägen-Schnitzer hauchen mit ihrem handwerklichen Geschick Baumstämmen wieder neues Leben ein und sind in diesem Jahr auch die Macher hinter dem "Schaustück der Handwerkskunst", das an diesem Wochenende bei den 37. Tagen der erzgebirgischen Folklore zu bewundern ist.

Was die beiden Künstler im Großen erschaffen, machen erzgebirgische Kunsthandwerker im eher praktischen Format für die heimische Wohnstube. Insgesamt 60 von ihnen - im Vorfeld ausgewählt durch eine Fachjury - lassen sich dieses Wochenende in der Stadthalle über die Schultern schauen. "Das hat sich im Laufe der Jahre gewandelt", weiß die Programmverantwortliche Tatjana Klär, die sich noch gut an die ersten Folklore-Tage vor 37 Jahren erinnern kann. "Damals ging es vielmehr um das Anschauen, schließlich hatte die Kunst aus dem Erzgebirge eher Exportcharakter. Heute richten wir den Fokus bewusst auf den Herstellungsprozess." Das komme bei Besuchern gut an und trage zur Wertschätzung der Schätze aus dem Erzgebirge bei. "Deshalb treten sogar Reisebusse aus ganz Deutschland die Fahrt nach Chemnitz an." Zudem sehen Besucher heute nicht nur Traditionelles, sondern auch moderne Interpretationen der Volkskunst.

Auf kleine Besucher wartet dagegen die Wichtelwerkstatt im Kleinen Saal der Stadthalle. Dort haben Kinder die Möglichkeit, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und den Ausstellern der Folkloretage nachzueifern - ob in der Werkstatt bei "Meister Holzwurm", beim Kerzenziehen oder beim Plätzchenbacken im Knusperhaus. Besonderes Highlight ist die große Spieldose, die sich stündlich dreht und auf der die Kleinen selbst Platz nehmen können. Umrahmt werden die Folklore-Tage heute und am morgigen Sonntag mit einem kulturellen Programm im Foyer sowie im Großen Saal. Ensembles, Tänzer und Musiker stimmen dabei auf die Vorweihnachtszeit ein. Geöffnet ist an beiden Tagen jeweils von 10 bis 18.30 Uhr.