Kleine Knirpse, große Vorbilder

Ausstellung Hortkinder malen eigene Bilder in den Kunstsammlungen

Am Donnerstag eröffnete die museumspädagogische Abteilung der Chemnitzer Kunstsammlungen im dritten Stock des Hauses am Theaterplatz eine Ausstellung mit besonderen Werken. Expressionistisch muten sie an, doch war hier kein Meister des vergangenen Jahrhunderts am Werk, sondern einige, die vielleicht einmal zu den Großen unserer Zeit zählen werden. Dort nämlich hängen Werke der Kunst AG aus den Jahren 2012 bis 2014, in der sich Kinder der Grundschulenhorte mit der Arbeit des Brücke-Malers Karl Schmidt-Rottluff auseinandersetzen. Die jungen Künstler der Pablo-Neruda- und Rosa-Luxemburg-Schule kommen wöchentlich bis 14-tägig in die Kunstsammlungen, um dort etwas über die Geschichte, Entstehung und Wirkung der ausgestellten Werke zu lernen, erklärt Museumspädagogin Petra Reichmann. Dazu besuchen die Gruppen die Ausstellungen und dürfen sich anschließend selbst in der Interpretation der gesehenen Motive versuchen. Kunst funktioniere anfangs auch unmittelbar, ohne Hintergrundwissen oder Einordnung in die Geschichte. Im Idealfall soll die AG Begeisterung anfachen und dafür sorgen, dass die Kinder am Thema Kunst dran bleiben. Bei Amelie Bockhammer aus der vierten Klasse der Neruda-Grundschule hat das schon ganz gut funktioniert. Seit der ersten Klasse ist sie nun schon in der Gruppe. Die Sache mit der Kunstkarriere sieht sie realistisch. Hauptsächlich in ihrer Freizeit wolle sie Künstlerin werden. Die eigenen Bilder abgleichen mit dem Gesehenen und mit eigener Phantasie weiterentwickeln. So begeistert ist sie von der Kunst, dass sie sogar heimlich nach dem Schlafengehen weitermalt. Auch der neunjährige Anton Czygan malt zu Hause. Dabei lässt er sich von den Künstlern der Ausstellungen inspirieren, auch im Werdegang - er möchte Künstler werden. Die Bilder der Gruppen sind noch bis zum April in den Kunstsammlungen zu sehen.