Konferenz zur deutschen Fankultur in Chemnitz?

Idee Oberbürgermeisterin äußert sich erstmals zu CFC-Dilemma

Erst am heutigen Montag, neun Tage nach den Ereignissen im CFC-Stadion, äußerte sich Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig zu den Vorfällen am 9. März im Rahmen der Regionalligabegegnung zwischen dem Chemnitzer FC und Altglienicke. Sie habe nicht ihren Urlaub abbrechen wollen, um den Ereignissen noch mehr Dramatik zu verleihen, sagte sie in einer Pressekonferenz. Dennoch sei sie in täglichem Kontakt mit Bürgermeister Schulze gewesen, so Ludwig.

Sie betonte, dass es jetzt Aufgabe der CFC-Führung sei, die Vorfälle, die sie als "bewusst angelegte Grenzüberschreitung" bezeichnete, aufzuklären. "Die öffentliche Ehrung eines über Jahrzehnte bekannten Rechtsextremen überschreitet die Grenze der Trauer", so die Oberbürgermeisterin.

"Chemnitz ist viel mehr als die rechte Szene"

Trotzdem sollte Chemnitz jetzt nicht auf die rechte Szene reduziert werden, mahnte das Stadtoberhaupt. "Sie ist vorhanden, ja. Aber Chemnitz ist viel mehr", so Ludwig.

Die Oberbürgermeisterin kündigte an, in dieser Woche mit Spielern, Trainern und Betreuern im Nachwuchszentrum zu sprechen. Außerdem stehe sie in Kontakt mit dem Deutschen Fußballbund. Nach eigenen Angaben habe sie den Vorschlag unterbreitet, in Chemnitz einen Kongress zur deutschen Fankultur zu veranstalten und sei mit der Idee auf offene Ohren gestoßen, so Barbara Ludwig. Auch Chemnitzer Fußballvereine sollen demnächst eingeladen werden, um sie zu fragen, wo sie Unterstützung brauchen.