Konfrontation in Chemnitz geht weiter: Tausende auf der Straße

Protest Rechte und linke Gruppierungen demonstrieren in der City

Überall Blaulicht, Polizeiabsperrungen, ein Hubschrauber kreist über der Innenstadt: Chemnitz scheint am Montagabend im Ausnahmezustand zu sein.

Die Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" hatte für 18.30 Uhr zur Demonstration vor das Karl-Marx-Monument gerufen. Gleichzeitig war im unmittelbar angrenzenden Stadthallenpark eine "Antirassistische Gegenkundgebung" angekündigt worden. Diesen Aufrufen war auf beiden Seiten eine große Zahl von Menschen gefolgt, die somit an der Brückenstraße aufeinander trafen - getrennt durch schmale Reihen von Polizeifahrzeugen und Uniformierten.

Als die Situation im Laufe des Abends zu eskalieren drohte, ging die Polizei dazwischen. Zum Einsatz kamen dabei auch zwei Wasserwerfer-Fahrzeuge. Anschließend setzt sich der Protestzug von "Pro Chemnitz" auf dem Innenstadtring in Bewegung. Die Innenstadt selbst - dort, wo sich eher linke Gegendemonstrationen versammelt hatten - wurde von der Polizei bis auf einen Durchgang abgeriegelt.

 

Nach der Festnahme mehrerer Verdächtigter an der Bluttat von Samstagnacht hat der Generalstaatsanwalt des Freistaates Sachsen, Hans Strobl, die Ermittlungen im Zusammenhang mit den gewalttätigen Auseinandersetzungen am Rande des Stadtfestes in Chemnitz übernommen. "Wir wollen die Ermittlungen konzentriert und beschleunigt führen, damit die mutmaßlichen Täter schnellstmöglich vor Gericht gestellt werden können", so Strobl am Montagabend. Die Sondereinheit "Zentralstelle Extremismus Sachsen" (ZESA) soll nun die weiteren Ermittlungen führen.

UPDATE: Nachdem Vorkommnissen am Sonntag und Montag hat die Stadt Chemnitz die Veranstaltung "Chemnitz-Strategie", die für den heutigen Dienstagabend angedacht war, abgesagt. "Bei vielen Chemnitzern sind die Gedanken bei den schlimmen Ereignissen des Wochenendes. Eine Debatte mit neuen, lockeren Formen des Herantastens an Zukunftsthemen ist unter den Umständen nicht angebracht. Deshalb wird die für Dienstagabend geplante Veranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben", so die Stadt.

"Das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum im Landeskriminalamt Sachsen übernimmt mit dem heutigen Tag die Ermittlungen im Zusammenhang mit den Ausschreitungen in Chemnitz, welche im Zusammenhang mit dem demonstrativen Geschehen der letzten Tage stehen. Das Landeskriminalamt wird dabei von den Kollegen der Polizeidirektion Chemnitz und weiteren Polizeidienststellen unterstützt", so das LKA Sachsen- Petric Kleine, Präsident des Landeskriminalamtes Sachsen: "Jetzt gilt es zügig, umfassend und entschlossen zu ermitteln. Zusammen mit der verfahrensführenden Sondereinheit der Generalstaatsanwaltschaft des Freistaates Sachsen wird eine konsequente Strafverfolgung in alle Ermittlungsrichtungen gewährleistet."