Konjunktur-Umfrage: Innen läufts, Exportnachfrage lässt nach

Wirtschaft Unterschiedliche Entwicklungen der Branchen wurden deutlich

Die Industrie- und Handelskammer Chemnitz sieht das Wachstum der regionalen Unternehmen zunehmend gefährdet. Zwar sei die Beurteilung der aktuellen Lage weiterhin überwiegend gut, jedoch gingen die Erwartungen für die Zukunft spürbar zurück.

Dies führe insgesamt zu einer Abkühlung des Geschäftsklima-Indexes, der sich von seinen Höchstständen Anfang des vergangenen Jahres spürbar entfernt hat. Dies hat die jährliche Konjunkturumfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern ergeben. Schuld an den gedämpften Erwartungen seien eine Reihe von Unwägbarkeiten, insbesondere die Höhe der Arbeitskosten, die Energie- und Kraftstoffpreise und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

Dienstleister und Logistik-Unternehmen weniger optimistisch

Spätestens jetzt brauchen wir eine aktive, vorausschauende Wirtschaftspolitik in Deutschland", erklärt dazu Dieter Pfortner, Präsident der IHK Chemnitz: "Zur Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit sind beschleunigte Investitionen in Bildung und Infrastruktur, eine Steuerreform für den Mittelstand, stärkere Anreize für Innovationen, ein besseres Management der Energiewende und ein wirklicher, spürbarer Bürokratieabbau dringend notwendig", fordert er.

Über die verschiedenen Branchen fällt die Lageeinschätzung derzeit noch unterschiedlich aus: Die Industrie verzeichnet eine nachlassende Nachfrage im Export, entsprechend sind auch unternehmensnahe Dienstleister und Logistik-Unternehmen weniger optimistisch. Weiterhin äußerst zufrieden sind hingegen Baugewerbe, Handel, Freizeit- und Gesundheitswirtschaft sowie Finanzdienstleister: Geringere Arbeitslosigkeit, höhere Löhne und niedrige Zinsen sorgen in diesen Branchen für eine stabile Binnennachfrage und damit für gute Geschäfte.