Kostenentwicklung drückt auf die Stimmung

Konjunkturumfrage IHK zeichnet trübes Zukunftsbild - Handwerkskammer verzeichnet Stabilität

Die Wirtschaftslage ist robust, Erwartungen für die kommenden zwölf Monate werden jedoch von einem Grundpessimismus bestimmt. So lautet das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Chemnitz. Insgesamt 655 Unternehmen aus den Branchen Industrie, Dienstleistungen, Handel und Güterverkehrsgewerbe hatten sich an der Umfrage beteiligt. Laut Konjunkturbericht sind 88 Prozent mit ihrer Geschäftslage zufrieden, allerdings machen sich in der südwestsächsischen Wirtschaft wachsende Bedenken bemerkbar. Der Grund: "Die Energie- und Kraftstoffpreise rangieren auf dem Risikoradar an erster Stelle", erklärte diese Woche Manfred Goedecke. Der Geschäftsführer Industrie und Außenwirtschaft übte scharfe Kritik an den "hausgemachten Problemen" der Energiewende: "Wer solch eine Energiepolitik betreibt, braucht keinen Konjunkturoptimismus erwarten. Im Gegenteil, die Aussichten drücken in allen Bereichen auf die Stimmungslage. Ein Betrieb mit 50 Mitarbeitern bezahlt im kommenden Jahr 45.000 Euro mehr für Strom." Wirtschaft sei zu 50 Prozent Psychologie und eine extreme Verunsicherung äußere sich schlussendlich in einer Zurückhaltung bei Investitionen. Goedecke: "Notwendige Energieeffizienzmaßnahmen sind jedoch mit kostenintensiven Investitionen verbunden - hier beißt sich die Katze in den Schwanz." Die Bedenken der Industrie gehen auch an den Mitgliederbetreiben der Handwerkskammer Chemnitz nicht spurlos vorüber, meint Dietmar Mothes. Der Kammerpräsident legte diese Woche die Zahlen der Herbstumfrage unter 1.300 Unternehmen auf den Tisch: "Von einer Abschwächung der IHK-Konjunktur wären vor allem die von der Industrie abhängigen verarbeitenden Gewerke wie das Metall- oder Elektrohandwerk betroffen." Im Übrigen zeichnet die Handwerkskammer ein stabiles Stimmungsbild: 89 Prozent der Befragten beurteilten ihre Geschäftslage als befriedigend oder gut. Mothes: "Die Stabilität basiert insbesondere auf einer unveränderten Nachfrage der privaten Haushalte und wird vor allem von den Bau- und Ausbaugewerken sowie den personenbezogenen Dienstleistern getragen. Im Kfz- und Gesundheitshandwerk haben sich dagegen die im Frühjahr erkennbaren Probleme fortgesetzt." So blieb die saisonale Belebung im Kfz-Handwerk unter den Erwartungen. Ursachen für den Rückgang im Gesundheitshandwerk werden in einem Wettbewerb durch Discounter und Online-Anbieter gesehen.