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Kreativviertel oder Ruhezone

Stadt Über die künftige Entwicklung des Brühl wird wieder gestritten

Eigentlich könnte alles so schön sein: Der Brühl ist in den vergangenen Jahren wieder verstärkt in den Fokus der Stadtplanung gerückt. Langjährige Eigentümer haben das Stadtquartier einigermaßen über Wasser gehalten, neue Eigentümer geben jetzt zusätzliche Impulse. Doch wie es mit dem Viertel weitergeht, darüber wird aktuell erregt diskutiert. Basis dafür ist ein Entwurf einer Arbeitspapiers des Brühlgremiums: Die Akteure auf dem Brühl sehen durch aktuelle Sanierungsbestrebungen, die vor allem hochwertigen Wohnraum schaffen, die Zukunft als Viertel für Studierende und Kreative gefährdet, wie sie noch die vom Stadtrat beschlossene Planungsstudie des Büros Speer und Partner vorgeschlagen hatte. "Die derzeit genehmigungsfreie Nutzungsdauer des Boulevards von 10 Uhr bis 18 Uhr behindert speziell die Ansiedlung von Gastronomiegewerbe mit Freisitz auf dem Boulevard", heißt es beispielsweise in der Stellungnahme. Das Gebiet müsste vom reinen Wohngebiet in ein Gebiet mit Mischnutzung umgewandelt werden. Darüber hinaus wird die Überarbeitung von Mietkonzepten und Mietpreisen gewünscht - insbesondere sollten junge Unternehmen Staffelmieten angeboten bekommen: Für eine gewisse Zeit bis zu ihrer Etablierung und einer weitflächigen Umfeldbelebung sollten sie geringere Mieten zahlen müssen. Gewünscht wird auch die Einrichtung von Projekthäusern am stadtwärtigen Teil des Boulevards. Darüber hinaus wird befürchtet, dass ein Ansprechpartner für sämtliche Brühl-Akteure in den nächsten Monaten verloren gehen könnte. Dass dieser benötigt wird, zeigt die aktuelle Diskussion: Vor allem langjährige Eigentümer, vertreten durch den Verein Haus & Grund, sprechen sich gegen die Umwandlung in ein Kreativquartier aus. Sie wollen - nach Jahren des Darbens - nun vor allem einen Brühl, auf dem sich gute Mieten erzielen lassen. Kreative Wenigzahler sind da nur bedingt willkommen. Diskutiert werden können die gegensätzlichen Standpunkte am Dienstag. Ab 17 Uhr findet im Brühlbüro eine Bürgerplattform statt.



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