Kritik an Ausbildung "light"

Resolution HWK gegen Modularisierung der Berufsausbildung

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Foto: Getty Images/sturti

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Chemnitz hat Ende November eine Resolution gegen die Modularisierung der dualen Berufsausbildung verabschiedet. Handwerkskammer-Präsident Frank Wagner: "Unser erklärtes Ziel ist die ganzheitliche Berufsausbildung. Wir sind gegen eine Ausbildung 'light', wir dürfen den Qualifizierungsanspruch in den Handwerksberufen nicht aufs Spiel setzen."

Seit 2014 fordern einzelne Akteure aus Wirtschaft und Bildung, zusätzlich zu den nach bundeseinheitlichen Lehrplänen geregelten Berufsausbildungen Teilqualifikationen anzubieten. Diese sollen, so deren Verfechter, Geringqualifizierten den Weg in Arbeit erleichtern.

Handwerkskammer ist gegen eine Ausbildung "light"

Die Handwerkskammer Chemnitz befürchtet, dass solche Teilqualifikationen künftig nicht nur nach Einzelfallentscheidungen für Geringqualifizierte und schwer in den Arbeitsmarkt vermittelbare Personen angeboten werden, sondern dass mit ihnen systematisch Parallelstrukturen für eine abgespeckte Ausbildung geschaffen werden.

Aus Sicht der Handwerkskammer Chemnitz sei die duale Ausbildung nach bundeseinheitlichen Lehrplänen die Voraussetzung dafür, dass Betriebe in der Lage bleiben, flexibel auf sich ändernde wirtschaftliche Anforderungen zu reagieren, ihre Innovationskraft zu behalten und auf die Herausforderungen der Digitalisierung zu reagieren.

"Gut ausgebildete Mitarbeiter behalten in Krisenzeiten eher ihren Arbeitsplatz als schlecht ausgebildete. Und ein Chef überlegt es sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sehr genau, ob er gut qualifizierte Mitarbeiter entlässt oder nicht", so Frank Wagner.



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