Kritische Entwicklung: Mehr Verletzte bei Unfällen

Statistik Polizeidirektion veröffentlicht Verkehrsbericht 2018

Fahrzeuge werden immer sicherer, nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Assistenzsysteme, die mittlerweile verbaut werden. Mehr Leben retteten sie im vergangenen Jahr dennoch nicht, im Gegenteil: 42 Menschen, sieben mehr als 2017, verloren im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Das geht aus dem diese Woche veröffentlichten Verkehrsbericht 2018 hervor.

Polizei will negativer Entwicklung entgegen wirken

Polizeirat Stefan Auge, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Chemnitz: "Nach einem Rückgang im Jahr 2017 ist ein merklicher Anstieg bei Verkehrsunfällen mit verletzten Personen in unserem Zuständigkeitsbereich und dem gesamten Freistaat zu verzeichnen. Gerade mit Blick auf die immer besser werdenden technischen Schutzeinrichtungen von Fahrzeugen wäre hier eher ein Rückgang der Verletzten und tödlich Verunglückten zu erwarten. Diese Entwicklung ist kritisch. Insbesondere mit Blick auf die Hauptunfallursachen 'ungenügender Sicherheitsabstand' und 'unangepasste Geschwindigkeit' ist hier die Polizei gefordert, um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken."

 

Verkehrskontrollen zum Schutz des Lebens

Vor diesem Hintergrund diene die polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit dem Ziel, dieses Verhalten durch Kontrolle und Ahndung von Verstößen zu verändern. Auge: "Verkehrskontrollen durch die Polizei dienen nicht dazu, die Verkehrsteilnehmer zu ärgern oder das 'Staatssäckel' aufzufüllen. Sie sind eine staatliche Aufgabe und dienen dem Schutz des Lebens und der Gesundheit aller Verkehrsteilnehmer."

2018 wurden mehr als 54.000 Geschwindigkeitsverstöße im Verwarn- und Bußgeldbereich erfasst. Mehr als 1.000 Menschen führten bei Polizeikontrollen ihr Fahrzeug alkoholisiert, gegen 388 Fahrzeugführer wurde wegen des Verdachts des Fahrens unter Einfluss von Betäubungsmitteln ermittelt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 24.196 Verkehrsunfälle erfasst. Das waren 555 Unfälle weniger als 2017 und entspricht dem landesweiten Trend. Dabei verteilen sich die Verkehrsunfälle regional nahezu gleichmäßig auf die Stadt Chemnitz (33 Prozent), den Landkreis Mittelsachsen (32 Prozent) und den Erzgebirgskreis (35 Prozent).