Künstler erschafft Punk-Architektur

Menschen Jean Schmiedel lädt zum Besuch in seine Galerie ein

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Kreativ geht es bei Jean Schmiedel auch zu Weihnachten zu. Wer ihn bis zum Fest besuchen möchte, ist gern eingeladen. Foto: Steffi Hofmann

Wer noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk ist und etwas in Richtung Kunst sucht, der ist bei Jean Schmiedel auf der Palmstraße richtig. Der Chemnitzer Künstler ist bekannt für besondere Malereien und Modelle.

Vor zwei Jahren startete Jean Schmiedel mit hunderten kleiner Pappschachteln sein Projekt "Ghetto-Stadt". "Sieht aus wie Favelas auf Kuba oder in Brasilien", sagte er. Aufeinander, nebeneinander, ineinander geschachtelt, reihen sich seine Häuschen dicht an dicht. Mittlerweile misst das höchste, mit 20 Stockwerken, fast zwei Meter. "Ich kann einfach nicht aufhören. Immer wieder kommen mir neue Ideen", so der Künstler. Zwischen den Häusern drehen Autos und Züge ihre Runden. Trafo-Technik wie beim Hobby Modelleisenbahn ist notwendig, damit alles funktioniert.

In seiner Küche hat der Künstler einen Turm gebaut, der ein Rotlicht-Viertel darstellen soll. Auf 1,50 Meter Höhe und in einem Durchmesser von knapp einem Meter blinkt und leuchtet es in bunten Farben, sausen Züge vorbei, kann man Mini-Figuren in Häusern beobachten. Sogar ein Karussell und ein Riesenrad sind in die filigranen Papp-Kunstwerke eingebaut. "Ich bin Modellarchitekt und mein Baustil ist Punk-Architektur", sagt Jean Schmiedel.

Anschauen können sich Interessierte seine Kunst jederzeit. "Fast alle bleiben vorm Schaufenster stehen und sind immer ziemlich baff von meinen großen Bildern. Viele trauen sich aber nicht, mich anzusprechen, weil die Kunst ja doch eher düster wirkt", erzählt Schmiedel. Über Besuch freut er sich aber immer.