Kulturdenkmal: Wie geht es nun weiter?

Debatte Stadt will Gebäude abreißen lassen - Kritik wird laut

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Noch steht das Gebäude an der Annaberger Straße. Der umstrittene Abriss ist jedoch geplant. Foto: Steffi Hofmann

Bis vor knapp einer Woche hatte das Haus auf der Annaberger Straße 110 kaum jemand auf dem Schirm: Ein großes, leeres Gebäude, das früher sicher mal seinen Charme hatte, aber seit Jahren verfällt. "Wegen des schlechten baulichen Zustands" sei nun ein Abriss unvermeidbar, kündigte die Stadtverwaltung am Donnerstag an.

"Standsicherheit nicht mehr gegeben."

"Teile der Bedachung, der hölzernen Dachtragkonstruktion und Decken in den Obergeschossen sind bereits eingestürzt. Die anhaltende Bauwerksdurchnässung und in der Folge durch Befall von Echtem Hausschwamm und anderen holzzerstörenden Pilzen sind tragende und aussteifende Bauteile so stark beschädigt, dass die Standsicherheit des Gebäudes nicht mehr gegeben ist und eine Gefährdung für die öffentlichen Verkehrsfläche besteht", heißt es in der Begründung aus dem Rathaus.

Trotz möglicher Investoren: Stadt will keine Sanierung

Da der Eigentümer der Aufforderung zum Abriss seit August 2017 nicht nachgekommen sei, sei die Stadt im Zuge einer Ersatzvornahme tätig geworden. Kurz nachdem diese Information öffentlich wurde, regte sich auf vielen Seiten Kritik gegen den Abriss. "Die jetzt aufgeführten dringenden Sicherheitsgründe existieren bereits seit Jahren und sind nicht in den letzten Monaten entstanden", sagt Stadtrat Lars Fassmann. Dass im Rathaus nicht einmal ansatzweise über eine Sanierung nachgedacht werde, sei ein "Armutszeugnis für eine Stadt, die sich um den Titel Kulturhauptstadt bewirbt", kritisiert er.

Wie die "Freie Presse" berichtete, gebe es sogar Investoren, die das Gebäude auf der Annaberger Straße vor dem Abriss bewahren und sanieren wollen. Die Leipziger Firma Rewobau habe beispielsweise Interesse an einer Kernsanierung angemeldet.