Kulturhauptstadt: Marx steht Kopf und "Malen nach Zahlen"

Präsentation So will sich Chemnitz um den Titel bewerben

Es ist etwa 60 Seiten stark und hat zweieinhalb Jahre bis zur Fertigstellung benötigt: Am Sonntag wurde erstmals das "Bid Book", das Bewerbungsbuch zum Titel Kulturhauptstadt 2025, die Chemnitz werden möchte, vorgestellt. "Es liegt nun in Berlin vor und wir sind offiziell im Rennen", sagte Ferenc Csák, Projektleiter der Bewerbung, und erntete Beifall von hunderten interessierten Bürgern. Vorgestellt wurde das "Bid Book" im Wirkbau im Rahmen der Tage der Industriekultur.

"Wir werden gewinnen", ist sich Csák sicher, während er begann, das Bewerbungsbuch aufzuschlagen. Erfahrungen hat der Leiter des Chemnitzer Kulturbetriebs in dem Prozess bereits sammeln können - er war als ungarischer Staatssekretär, Regierungsbeauftragter und Leiter der Nationalgalerie tätig und führte die Stadt Pecs 2010 zur Kulturhauptstadt Europas. Wichtig bei der Bewerbung sei es laut Csák, dass Chemnitz authentisch auftrete. Und so ist auf dem Titelbild des "Bid Book" die Braustolzbrauerei zu sehen, wird das Inhaltsverzeichnis mit der eins Energie-Esse in Szene gesetzt und die Einleitung mit einem Song von Kraftklub begonnen. Weiter geht es mit Erklärungen, warum Chemnitz Kulturhauptstadt werden möchte, wie die Langzeitstrategie, die bis ins Jahr 2040 reicht, aussieht und inwiefern Chemnitz relevant für Europa ist.

"Wir wollen mit dem Buch in Erinnerung bei der Jury bleiben, neben den anderen Bewerbern. Und wir wollten ein leichtes Buch entwickeln, damit die Jury physisch und geistig dabei bleibt", erklärt Ferenc Csák weiter die Gestaltung des umfangreichen Bewerbungsschreibens - der Marxkopf auf dem Kopf stehend und eine Ballerina der Theater, die nach dem Motto "Malen nach Zahlen" komplettiert werden kann, sollen dazu beitragen.

Nun heißt es gedulden. Erst am 12. Dezember entscheidet die Jury, welche deutsche Bewerberstadt weiterkommt und eine erneute detaillierte Bewerbung einreichen darf.