Kulturmacher: "Chemnitz hat großes Potenzial"

Kulturhauptstadt Experten diskutieren die Bewerbung

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Das Opernhaus auf dem Chemnitzer Theaterplatz. Foto: bl/Thomas Schmotz

Chemnitz will Kulturhauptstadt Europas werden. Aber hat die Stadt auch das Potenzial dazu? Mit einem klaren Ja haben in dieser Woche zwei internationale Kulturmacher darauf geantwortet. Der französische Regisseur und Bühnenbildner Philippe Arlaud und der österreichische Theater- und Performancemacher Stephan Rabl waren drei Tage in der Stadt unterwegs und zogen ein positives Fazit.

"Ich bin sehr angetan von Chemnitz. Man spürt hier eine besondere Kraft", sagte Stephan Rabl und Philipp Arlaud fügte hinzu: "Dresden und Leipzig sind für mich geheimnislos, aber Chemnitz ist einmalig spannend." Allein die Metamorphose, die die Stadt in den letzten 70 Jahren erlebt hat - von den zwei verschiedenen Stadtnamen über die dazugehörigen politischen Systeme bis hin zu der sich stetig verändernden Architektur, sei bemerkenswert.

Städtische Weiterentwicklung durch die Kulturprofis erhofft

Chemnitz erhofft sich durch die Expertise der beiden Kulturprofis Impulse für die Weiterentwicklung der Bewerbung zur Kulturhauptstadt. Es sei wichtig, ein europäisches Netzwerk aufzuspannen, um so auch einen Blick von außen auf die Stadt zu erhalten. "Wir müssen uns einfach immer wieder fragen: Was ist europäisch in Chemnitz", so Projektleiter Ferenc Csák. Als Beispiel fügte er das vor Kurzem veranstaltete Festival Begehungen an.

"Das ist ein schönes Format. Aber ist es auch etwas für ganz Europa?" Die Vernetzung mit internationalen Kulturschaffenden sei zudem ein Jury-Kriterium bei der Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt. Derartige Besuche wie die von Rabl und Arlaud und deren Reflexionen sollten also öfter stattfinden.

"Ich werde mir in den nächsten Wochen weiter Gedanken machen um Chemnitz", kündigte Philippe Arlaud an. Man darf gespannt sein.