Kunst-Rausch in alter Brauerei

Festival 16. Auflage der Begehungen steht bevor - Kreative sind bei der Arbeit

Seit zwei Jahren steht die Braustolz-Brauerei unweit der Zwickauer Straße leer. Große Kessel, in denen das Bier gelagert wurde, sind unversehrt, die Abfüllanlage ist noch zu sehen und es liegt hier und da der Duft von Gebrautem in der Luft. Ab 15. August verwandelt sich das Gelände in einen Tummelplatz für Kreative - die 16. Auflage des Kunstfestivals Begehungen findet statt. 19 Künstler aus Deutschland, Österreich und England werden mit Malerei, Installationen, Video- und Sound-Performances sowie Fotografien die Räume und Produktionsstätten bespielen. Beworben hatten sich 360.

Zahlreiche Aktionen an verschiedenen Tagen

Los geht es am 15. August um 19 Uhr mit der offiziellen Eröffnung, einer anschließenden Objektshow des Leipziger Künstlers Wind und einer Musikperformance von Friends Of Gas. Am 16. August ist das Gelände ab 15 Uhr geöffnet und wartet mit Workshops, Führungen, Musik und Performances auf. Der 17. August startet bereits um 12 Uhr und bietet neben einer kreativen Kinderbespaßung auch ein Fahrradkino, Gespräche mit Künstlern des Festivals, einen Dokumentarfilm und einen Rave im Keller der Brauerei. Am vierten und letzten Tag der diesjährigen Begehungen, am 18. August, werden erneut verschiedene Führungen, auch in englisch und in Gebärdensprache, Soundexperimente und Filme gezeigt.

Das Thema lautet "Rausch"

Noch bevor der Veranstaltungsort für die Begehungen 2019 feststand, habe es das Motto gegeben, so Frank Weinhold vom Organisationsteam. Und das lautet in diesem Jahr: Rausch. Natürlich passe das zum Ort der Braurei. "Aber Rausch ist vielmehr als eine Alkohol-Assoziation", so Weinhold. Das Thema soll Ausgangspunkt für Gedankenspaziergänge in alle nur möglichen Richtungen sein. So beschreibe es zum Beispiel auch das ständige Nimmersatt-Gefühl der Gesellschaft.

Mit der Brauerei als Veranstaltungsort hat das Begehungen-Team, dem ein harter Kern von zehn Leuten angehört, schon eine Weile geliebäugelt. Mit ihren Plänen für das Festival sind sie dann beim aktuellen Besitzer Jörg Mierbach auf offene Ohren gestoßen. Und da die Braurei erst seit zwei Jahren leer steht, sei sie in einem sehr guten Zustand, ohne Vandalismus und mit viel altem brauchbarem Inventar gewesen, so Frank Weinhold.