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Westsachsen

Langjähriger Schauspieldirektor Hartwig Albiro feierte 90. Geburtstag

Menschen Bis heute ist er den städtischen Bühnen verbunden

Eigentlich nur fünf Jahre wollte er bleiben, als er 1971 zum Direktor des Karl-Marx-Städter Schauspiels berufen wurde. Nun sind es schon fünf Jahrzehnte, in denen er in Chemnitz wirkt: Am Donnerstag wird Hartwig Albiro 90 Jahre alt.

Schauspieldirektor für Demokratie und Toleranz

Am 9. Dezember 1931 in Meuselwitz geboren, ließ er sich als Schauspieler diplomieren. Ersten Engagements in Altenburg, Stendal, am Theater der Jungen Generation in Dresden und am Stadttheater Meißen folgten erste Regiearbeiten, von 1961 bis 1968 arbeitete er am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz- Zittau als Regisseur und Oberspielleiter. 1968 dann der Sprung in die Hauptstadt der DDR, wo er am legendären Berliner Ensemble Regiemitarbeiter wurde. In Karl-Marx-Stadt angekommen, verhalfen seine Spielpläne dem Schauspiel zu einem weit über die Stadtgrenzen hinausreichenden Ruhm: "Wichtig war, neben der künstlerischen Gestaltung, auch immer die politische Aussage. Die Leute sind zu uns gekommen, um etwas Wahrheit zu erfahren über die DDR und zwischen den Zeilen zu lesen", umschrieb Albiro in einem Interview das Erfolgsrezept jener Tage.

Mehrfach ausgezeichnet und eng mit Chemnitz verbunden

Für seine Rolle in der Wendezeit erhielt er 2009 den Sächsischen Verdienstorden. Bis 1996 war Hartwig Albiro Schauspieldirektor - als einer der wenigen in den fünf neuen Bundesländern, die eine solche Position behalten durften. Bis heute ist Hartwig Albiro eng mit Chemnitz und seinen städtischen Bühnen verbunden - darunter als Mitbegründer und heutiger Ehrenvorsitzender des Bürgervereins für Chemnitz, als Initiator der 2002 ins Leben gerufenen "Chemnitzer Friedensimpulse", aus denen sich der "Chemnitzer Friedenstag" entwickelte, und als Ehrenmitglied der Theater Chemnitz, wo er ein oft und gern gesehener Gast ist. "Er erhebt seine Stimme für Demokratie und Toleranz wie im Herbst 2018, als Chemnitz zur Aufmarschfläche für Rechtsextremisten wurde - und für seine Heimatstadt wie im Prozess der erfolgreichen Kulturhauptstadt-Bewerbung", so die Theater Chemnitz.

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