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Laude blickt zurück: "Wir waren ja nicht zum Urlaub im Ausland"

portrait Thomas Laudeley spielte immer in Vereinen seiner Heimatstadt Fußball

Was für die heutige Kicker-Generation unvorstellbar scheint, hat Thomas Laudeley geschafft. Er spielte immer nur für Vereine aus seiner Heimatstadt Fußball! Nachdem er die ersten Grundlagen des Fußballspielens bei der SG Adelsberg erlernte, wechselte er 1975 in die Nachwuchsabteilung des FC Karl-Marx-Stadt und schaffte dort später den Sprung in den Männerbereich. Dort spielte er bis 2001 und ließ seine Laufbahn dann beim VfB Chemnitz ausklingen. Der heute 52-Jährige war mit dabei, als der FC Karl-Marx-Stadt im Europacup auflief und 1999 in die 2. Bundesliga aufstieg. "Die Qualifikation für den UEFA-Cup war für den Verein und die Fans schon etwas besonderes - denn im Gegensatz zu Magdeburg, Dresden oder dem BFC waren wir dort keine Stammgäste. Und dann treffen wir auf alles andere als namenlose Gegnerschaft, gegen die wir uns mehr als achtbar geschlagen haben", blickt "Laude" zurück. In Porto habe die Mannschaft auch Zeit gehabt, sich die historischen Portwein-Schiffe anzuschauen. Auch blieb dem gebürtigen Karl-Marx-Städter die wunderbare Landschaft rund um Sion im Gedächtnis. "Aber insgesamt haben wir nicht sehr viel gesehen. Unsere Aufenthalte waren jeweils kurz und wir schließlich nicht zum Urlaub, sondern zum Fußballspielen im Ausland", sagt der ehemalige Verteidiger.

Den Europapokal genossen

Für ihn seien die Monate im Europacup in "geile Zeit" gewesen. "Die EC-Spiele fanden immer mittwochs statt, am Wochenende ging es um Punkte in der Oberliga. Das macht doch einem Fußballer richtig Spaß", erinnert sich Laudeley. Er und seine Teamkollegen hätten diese Auftritte genießen können, anders sah das 10 Jahre später aus. "Im UEFA-Cup hatte wohl niemand von uns zu viel erwartet. Doch als es um den Aufstieg in die 2. Bundesliga ging, lastete schon ein enormer Druck auf der Truppe, denn der Sprung nach oben war für den CFC enorm wichtig", versucht der Ex-Kicker, beide Ereignisse zu vergleichen. Für ihn seien Aufstieg und EC-Teilnahme sicherlich die sportlich wertvollsten Momente gewesen.

Auch mit dem Nationalteam unterwegs

Doch damit ist die sportliche Personalie Laudeley noch nicht abschließend beschrieben. Denn der Abwehrmann schaffte als junger Mann 1986/87 auch den Sprung in die U 21-Auswahl der DDR und absolvierte für das Team 15 Partien. In dieser Zeit scheiterte die DDR denkbar knapp in der Qualifikation zur Europameisterschaft. Zunächst hatte die Mannschaft gegen Norwegen einmal 0:0 und einmal 1:1 gespielt, Frankreich 1:0 und die Sowjetunion 5:1 bezwungen. Im entscheidenden Spiel im November 1987 holte die DDR in Frankreich zwar ein 2:2, hätte aber gewinnen müssen, um sich zu qualifizieren. "Da haben wir geführt, den Ausgleich aber in der Schlussphase kassiert", erinnert sich Laudeley, der heute Mitarbeiter im Stadtsportbund Chemnitz ist.

BLICK beleuchtet in einer Sonderserie zwei Highlights in der Vereinshistorie des FC Karl-Marx-Stadt/Chemnitzer FC. Lesen Sie morgen im zehnten Teil  wie Ex-CFC-Sturmtank Danilo Kunze den Aufstieg 1999 erlebt hat.