Lebenslage von Sexarbeitern soll verbessert werden

Konzept Situation der Prostituierten in Chemnitz ist Thema

Die Fraktionen von SPD, Linke/Die Partei und Bündnis 90/Die Grünen wollen in der nächsten Sitzung des Stadtrates am 25. November die Verwaltung auffordern, ein Konzept zu erarbeiten, das die Situation der Prostituierten in Chemnitz verbessert. Sowohl Maßnahmen zum Schutz von Armuts- und Zwangsprostitution in der Stadt, Hygienekonzepte unter Pandemiebedingungen und deren Kontrolle durch die zuständigen Fachämter als auch eine koordinierte und effektive Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution in Chemnitz sollen in de Konzept eine Rolle spielen.

Prostitution finde, laut der Fraktionen, in Chemnitz fast immer in Wohnungen statt. Die dort arbeitenden Frauen und Männer stammen demnach überwiegend aus den Osteuropäischen Ländern. Viele blieben nur kurz in der Stadt. "Prostitution ist in Deutschland legal. Die Legalisierung der Prostitution bringt weder soziale Absicherung noch die Entkriminalisierung oder mehr Sicherheit", heißt es in der Begründung für den Beschlussantrag. Die Stadt Chemnitz, insbesondere das Gesundheitsamt, habe eine gut funktionierende Netzwerk- und Arbeitskreisstruktur etabliert. Diese soll an der Erarbeitung mitwirken, insbesondere gelte das für fachlich relevante freie Träger wie Salute Chemnitz und WeltBeweger mit ihrem Projekt "Perla". In letzt genanntem suchen ehrenamtlich Engagierte seit 2017 Kontakt zu Prostituierten in der Stadt, um ihnen in ihrer schwierigen Situation Wertschätzung zu schenken, Vertrauen aufzubauen und den Frauen zu helfen.

Im Sommer hatte das Statistische Landesamt in Kamenz erstmals Zahlen zur legalen Prostitution in Sachsen vorgelegt. Ende 2019 waren demnach bei den sächsischen Behörden 800 Sexarbeiterinnen gemeldet. Die Zahlen für Chemnitz laut diesem Bericht: 14 Betriebe und 76 Prostituierte.