Lehrermangel: "Es ist fünf nach zwölf"

Bildung 62 Prozent in Sachsen sind Seiteneinsteiger

lehrermangel-es-ist-fuenf-nach-zwoelf
Foto: BraunS/Getty Images

Rund 33.100 sächsische Grundschüler erhielten diese Woche ihre Bildungsempfehlung. Während sie sich auf die weiterführende Schule freuen, zeichnet Kultusminister Christian Piwarz ein "ernüchterndes" Bild der aktuellen Lehrereinstellungen.

Große Sorge bereite vor allem der hohe Anteil von Seiteneinsteigern. Für insgesamt 660 freie Stellen musste zum zweiten Schulhalbjahr 2017/2018 Personal gefunden werden. Nach derzeitigem Stand des Einstellungsverfahrens konnten lediglich 622 Stellen besetzt werden, davon 237 Stellen mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften und 385 Stellen (62 Prozent) mit Seiteneinsteigern.

"So sehr ich die Expertise der Seiteneinsteiger schätze und dankbar dafür bin, dass wir die neuen Kolleginnen und Kollegen an den Schulen haben, es muss aber unser Ziel sein, die freien Stellen mit denjenigen zu besetzen, die dafür ausgebildet wurden. Wir müssen Neulehrern dringend ein besseres Angebot unterbreiten und ältere Lehrkräfte mit finanziellen Anreizen und Entlastungen zusätzliche Motivation verschaffen. Es ist fünf nach zwölf", so der Kultusminister.