Lehrermangel: Ist eine Lösung in Sicht?

Bildung Problem bleibt weiterhin bestehen

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Ein Hochschulvergleich zwischen Dresden und Chemnitz. Grafik: Christian Mathea/hfn

Das Problem des Lehrermangels ist Alltag an vielen Schulen in Chemnitz und der Region. Deshalb hatten die Industrie- und Handelskammer (IHK), Politiker und Unternehmer aus Westsachsen vor ein paar Monaten einen Protestbrief an die Landesregierung in Dresden geschickt mit der Bitte, die Lehrerausbildung an der TU Chemnitz auszubauen - vor allem für Oberschulen und Berufsschulen.

Lehrermangel in Kammerbezirken besonders schlimm

Denn nur bei Lehrern, die in Chemnitz ausgebildet werden, sei die Chance groß, dass sie auch in der Region bleiben, hieß es. Aber was hat sich eigentlich seither getan?

Nicht viel, teilt IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich auf BLICK-Anfrage mit. "Die Ministerien haben den Brief zwar zur Kenntnis genommen, aber es gibt bislang keine konkreten Lösungsvorschläge", sagt er. Dabei sei das Problem des Lehrermangels im Kammerbezirk besonders schlimm - vor allem im Bereich der Grund-, Ober- und Förderschulen sowie bei den Berufsschulen.

Immer mehr Seiteneinsteiger im Berufszweig

Zunehmend unterrichten Seiteneinsteiger an den Schulen, also Lehrer ohne entsprechende Ausbildung. Die Zahl derer werde aber nicht gleich hoch bleiben. "Man kann auch kein ganzes Bildungssystem auf Seiteneinsteigern aufbauen. Die Landesregierung muss sich federführend diesem Thema annehmen", fordert Wunderlich.

Die TU Chemnitz, wo bisher nur Grundschullehrer ausgebildet werden, wäre grundsätzlich für die Ausbildung auch von Berufsschul- und Oberschullehrern bereit - allerdings nur, wenn diese zusätzliche Ausbildung nicht auf Kosten anderer Bereiche gehe, sagte TU-Rektor Gerd Strohmeier kürzlich.

Das Problem: Abbau der Studienplätze

Doch das Problem: Die TU-Chemnitz muss generell die Anzahl der Studienplätze senken, so will es die Landesregierung. Und zwar von derzeit 10.900 auf 9400 im Jahr 2025. Für Chemnitz ist dieser Abbau besonders schmerzlich, denn im Gegensatz zu Dresden und Leipzig, wo die Unis bedeutend größer sind und sich der Freistaat dort außerdem zwei Fachhochschulen, zwei Musikhochschulen und zwei Kunsthochschulen leistet, ist die hiesige TU die einzige Hochschule in der Stadt.