Lehrermangel: Ministerin blockt, Chemnitz bleibt kämpferisch

Schule IHK: Mehr Lehrer an der TU Chemnitz ausbilden

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Foto: TU Chemnitz/Dirk Hanus

Die TU Chemnitz darf wahrscheinlich keine Oberstufen- und Berufsschullehrer ausbilden. Das Wissenschaftsministerium in Dresden lehnt eine entsprechende Forderung aus Westsachsen ab.

Lehrermangel ist ein regionales Thema

IHK, Politiker und Unternehmen hatten sich für den Ausbau der Lehrerausbildung an der TU eingesetzt, weil für die hiesigen Schulen immer weniger ausgebildete Pädagogen zu begeistern sind (BLICK berichtete). Wissenschaftsministerin Eva Maria Stange sagte nun dem MDR: Sie werde den Hochschulpakt nicht noch einmal aufschnüren.

Doch in Chemnitz hat man die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Das sei kein Thema nur des Wissenschaftsministeriums, so IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich, sondern der gesamten Regierungskoalition. "Es ist Aufgabe der Landespolitik zu erkennen, dass Lehrermangel ein regionales Thema ist und regional verankert werden muss", so Wunderlich. Alle drei Teilregionen (Chemnitz, Dresden und Leipzig) müssten Lehrer ausbilden.

Weniger Studienplätze an der TU Chemnitz

Unabhängig von der Lehrerausbildung sieht die Planung des Freistaates vor, dass die TU Chemnitz generell Studienplätze abbauen muss - von 10.900 auf 9400 im Jahr 2025. Für Chemnitz dürfte dieser Abbau besonders schmerzlich sein, denn im Gegensatz zu Dresden und Leipzig, wo die Unis bedeutend größer sind und sich der Freistaat dort außerdem zwei Fachhochschulen, zwei Musikhochschulen und zwei Kunsthochschulen leistet, ist die hiesige TU die einzige Hochschule in der Stadt.

Allerdings war diese Frage beim Hochschulentwicklungskonzept nicht von Bedeutung: "Die Anzahl der Einwohner und die der Hochschulen in den jeweiligen Städten haben keine Rolle gespielt", bestätigt ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums gegenüber BLICK. "Die im Koalitionsvertrag festgelegte Zielgröße für die Entwicklung der Studierendenzahlen im Jahr 2025 wurde linear auf die einzelnen sächsischen Hochschulen verteilt."

Die Chemnitzer Uni ist neben den Hochschulen Mittweida und Zwickau auch für die Wirtschaft in Westsachsen ein Schlüsselfaktor. Trotz der Kürzung und dem zunehmenden Fachkräftemangel scheint man die Entscheidung zu akzeptieren: "Unser Petitum bezüglich der TU lautet: Ihr müsst Umstrukturierungen vornehmen, aber nicht zu Lasten der MINT-Studienplätze Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik", so Wunderlich von der IHK.