Leichtbau auf 200 Tonnen

Spitzenforschung Merge-Maschine kombiniert verschiedene Materialsysteme

Neben dem Umbau der alten Aktienspinnerei und den neuen Laborgebäuden an der Rosenbergstraße gibt es im Areal der TU Chemnitz eine dritte große Baustelle. Die Rede ist vom sogenannten Merge-Technology Centre, einem Forschungsareal, das auf dem Zukunftsfeld Leichtbau eine neue Verbindung zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung schafft. Nach knapp einjähriger Bauzeit wurde nun mit dem Aufbau des Herzstücks begonnen - eine Maschine, die es nach ihrem kompletten Aufbau in sich haben wird: Mit rund 25 Metern Länge und einem Gesamtgewicht von rund 200 Tonnen dient sie künftig als Fertigungskomplex zur kombinierten Verarbeitung von kunststoff- und metallbasierten Werkstoffen für Bauteile in einer Größe von 1,5 mal 1,5 Metern. "Damit wird ein wichtiger Meilenstein für die Spitzenforschung in Sachsen erreicht," sagte Sachsens Finanzminister Georg Unland diese Woche bei einer Stippvisite in der Chemnitzer Forschungseinrichtung. Das Exzellenzcluster "Merge" sei schließlich bundesweit das einzige, das sich mit dem Thema Leichtbau beschäftigt und werde nicht zuletzt deshalb eine überregionale Strahlkraft besitzen. "Diese Leichtbau-Technologie setzt auf effizienten Einsatz begrenzter Rohstoffe. Gleichzeitig ist die Maschine durch ihr Verfahren energiesparender als Anlagen mit getrennter Verarbeitung auf mehreren Schienen", so Unland, der beim Besuch in Chemnitz auch die finanzielle Unterstützung des Bauprojekts zusicherte. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt betragen rund 12,6 Millionen Euro. Die Gesamtinvestitionen des Forschungskomplexes werden sich auf insgesamt 30 Millionen Euro belaufen. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Landesmitteln. Die Inbetriebnahme der Merge-Maschine ist für August geplant, die Fertigstellung der Forschungshalle soll im Oktober erfolgen. In weiteren Schritten wollen die Forscher Kooperationen mit internationalen Partnern ausbauen.