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Lernt der CFC aus Fehlern der Vergangenheit?

FUSSBALL Himmelblaue Gremien laden nach "Offenen Brief" vom "Fanszene Chemnitz e.V." zu einer Videokonferenz ein

Nach dem Anfang März der Chemnitzer FC das Insolvenzverfahren erfolgreich beenden konnte, folgten anschließend durchweg positive Nachrichten. Unter anderem wurde der "CFC Campus" feierlich eröffnet, dazu eine Umfrage gestartet, an welcher bereits mehr als 3.000 Personen teilgenommen haben. Der CFC setzt beim Neuanfang auf die Meinungen und Erfahrungen seiner Mitglieder, Fans und Sponsoren - und die Vertreter der Gremien des Chemnitzer FC e.V. laden am Montag, den 19. April 2021, um 18 Uhr zu einer Mitglieder- und Fan-Videokonferenz ein. In dieser soll unter anderem darüber gesprochen werden, welche Aufgaben vordergründig anfallen und wie es zukünftig weitergehen soll. Dabei dürften sicherlich auch falsche finanzielle Forderungen gegen Mitglieder sowie die Geheimtests gegen die U19 von RasenBallsport Leipzig auf der Agenda auftauchen. Der Einladung zur Videokonferenz war ein vom "Fanszene Chemnitz e.V." verfasster "Offener Brief an die Gremien des Chemnitzer FC e.V.", der bereits von über 60 Fanclubs unterstützt wird, vorausgegangen.

Fanszene vermisst weiterhin Transparenz

Der "Fanszene Chemnitz e.V." weist gleich zu Beginn seines Schreibens darauf hin, dass weder Fans noch Mitglieder die Insolvenz verursacht haben, sondern vielmehr mit einer beispiellosen Spendenaktion dafür sorgten, diese wieder zu beenden und damit den Chemnitzer FC vor seiner Auflösung zu bewahren. Damit sich Geschichte nicht wiederholt, sollen die Rechte der Mitglieder regelmäßig in Erinnerung gerufen sowie sämtliche Gremium genau überwacht werden. "Und das bedeutet, nach dem Ende der Insolvenz nicht wieder blind zu vertrauen, sondern permanent Offenheit, Aufklärung, Kontrolle sowie satzungsgemäße Beteiligung einzufordern und hierbei auch unbequeme Fragen zu stellen", erklärt der Fanszeneverein und fügt hinzu: "Diskussionen hinter verschlossenen Türen sind daher ebenso ungeeignet, wie kleinere Gesprächsrunden." Erneut wird auf fehlende Transparenz hingewiesen, zudem werden um "Informationen über die erforderliche grundhafte organisatorische und finanzielle Neu-Aufstellung des Vereins" erbeten. Das Schreiben schließt mit einem Dutzend konstruktiver Fragen. Darüber hinaus hat sich CFC jüngst selbst zwei neue Baustellen geschaffen.

Falsche Forderungen an Mitglieder

Der Vorstand des Chemnitzer FC e.V. - bestehend aus Romy Polster, Siegfried Rümmler, Michael Reichardt und Marc Arnold - sendete seinen Mitgliedern unverzüglich nach Insolvenzende eine Beitragsinformation zur Überweisung des Mitgliedsbeitrages für die Saison 2020/2021 zu und bat um die Überweisung für den Zeitraum vom 01. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021. Allerdings entfallen während eines laufenden Insolvenzverfahrens Mitgliedsbeiträge, folglich müssen die Mitglieder nur für vier Monate und nicht für den gesamten Zeitraum zahlen. Ein Mitglied entrichtet entsprechend keine 96,- Euro, sondern lediglich nur 32,- Euro. Anstatt nur ein standardisierte Informationspapier aufzusetzen, wären wenige Worte der Dankbarkeit für das großartige Engagement, das die himmelblauen Mitglieder während der Insolvenz gezeigt haben, wesentlich besser gewesen. Auch hier wurde erneut ein Fehler der Vergangengeit wiederholt.

Contra RB-Kooperation

Offen ist weiterhin die Problematik rund um die beiden geheimen Testspiele gegen die U19 von RasenBallsport Leipzig. Einige CFC-Fans taten ihren Unmut mittels mehrerer Spruchbänder im Sportforum kritisch kund. Der Verein wiederum äußerte sich dazu überhaupt nicht, jedoch dürfte bei der Videokonferenz auch darüber ein Dialog entstehen. Die himmelblauen Anhänger sind übrigens nicht die einzigen, die jedwede Kooperation mit RasenBallsport Leipzig ablehnen. Die Fans des FC Carl-Zeiss Jena äußerten sich zuletzt ebenfalls mit Spruchbändern sowie klaren Worten gegenüber dem eigenen Verein: "Wir fordern daher von den Verantwortlichen des e.V.-Präsidiums und seitens der sportlichen und geschäftsführenden Leitung der e.V.-Tochter ein bereits angesprochenes ehrliches und felsenfestes Bekenntnis zur Ablehnung von Redbull Leipzig und eine Positionierung zu den damit verbundenen Einflüssen auf den Fußball in Mitteldeutschland." Auch die CFC-Verantwortlichen sollten wissen, dass zahlreiche CFC-Fans eine Zusammenarbeit mit RasenBallsport Leipzig - ganz gleich welcher Form - nicht akzeptieren werden.



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