Letzte Vorstellung der "Pique Dame"

Theater Chemnitzer Neuinszenierung mit tödlichem Ausgang

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Die Puschkin-Oper verspricht allerhand Dramatik. Foto: Theater/Wuschanski

Zum letzten Mal gibt es am 10. März um 19 Uhr im Opernhaus die Möglichkeit, die "Pique Dame" zu besuchen. Im Fokus der Handlung steht eine alte Gräfin mit einem Geheimnis: Im Spiel hoch verschuldet, schenkte sie einst dem sagenumwobenen Grafen St. Germain eine Liebesnacht, für das Wissen, mit welchen drei Karten man im Pharo-Spiel immer gewinnt. Seitdem trägt sie den Spitznamen "Pique Dame".

Kann man Glück wirklich berechnen?

Was im ersten Moment wie eine Glücksspieltragödie aus dem zaristischen Russland aussieht, ist eine zeitlose Parabel um die ewig alte Frage, ob und wie das Glück zu bannen, zu berechnen, zu zwingen sei. Wie viele Opern der russischen Romantik geht auch "Pique Dame" auf eine Vorlage Alexander Puschkins zurück. Tschaikowsky lebte aber in einer anderen Zeit als Puschkin. Armut und Arbeitslosigkeit brachte die Industrialisierung mit sich, sodass die Petersburger Theaterleitung vorschlug, die Handlung um einige Jahrzehnte zurückzuverlegen - in die Regierungszeit Katharina der Großen. Diese Zeit wurde in Russland mit Kunst und Kultur verklärt.

"Regisseurin Helen Malkowsky und ihr Team mit Hermann Feuchter (Bühne) und Henrike Bromber (Kostüme) fokussieren in der Chemnitzer Neuinszenierung die fast wie Fieber anmutende subjektive Wahrnehmung des Protagonisten Hermann, in der Gewissensnöte, Begierde, Geistererscheinungen und Minderwertigkeitskomplexe eine leidenschaftliche Mesalliance eingehen - mit tödlichem Ausgang", so das Theater Chemnitz.