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Lieber "Alte Gärtnerei" statt "Elisabeth Ahnert": Chemnitz hat keine Lust auf weibliche Straßennamen

Debatte Ungleichgewicht bei Verteilung weiblicher Straßennamen wird fortgesetzt

Im Jahr 2017 wurde vom Stadtrat der Beschluss zur "Erhöhung des Anteils weiblicher Straßennamen in Chemnitz" mehrheitlich bestätigt. Darin wird festgelegt, dass bei neu zu vergebenden oder zur Umbenennung bestehender Straßennamen Frauen vordringlicher berücksichtigt werden sollten. Der Beschluss ist das eine - die Realität offensichtlich eine andere. Denn: In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat eine Straße in Ebersdorf "An der Alten Gärtnerei" genannt - statt wie von der Stadt vorgeschlagen "Elisabeth-Ahnert-Straße". Ahnert war eine 1885 in Chemnitz geborene Malerin und Kunsthandwerkerin.

Kritik an Stadtratsentscheidung

"Chemnitz ist Kulturhauptstadt 2025 und wir bringen es im Stadtrat nicht fertig, eine Straße nach einer verdienten Künstlerin zu benennen. Nein, es wird in Chemnitz die vierte Straße mit dem Zusatz 'Gärtnerei' geben, die wir nun im Stadtteil Ebersdorf begrüßen dürfen", kritisiert Christin Furtenbacher, Sprecherin für Gleichstellung der Bündnisgrünen, den Beschluss. Der Stadtrat habe sich in seiner jüngsten Sitzung einmal mehr von einem ausgewogenen Verhältnis deutlich entfernt. "Straßenschilder markieren öffentliches Gedenken, und nun fehlt uns wieder ein Stück mehr Wertschätzung und Erinnerung an Leistungen von Frauen im öffentlichen Raum", so Furtenbacher weiter.

Nur wenige Straßen sind nach Frauen benannt

Zum Vergleich: Von den knapp 1400 Straßen und Plätzen in Chemnitz tragen nur 25 einen Frauennamen - aber 467 sind nach einem Mann benannt.

Die Mehrheit der Stadträte folgte einer Petition, die 60 Ebersdorfer unterzeichnet hatten. Sie sprachen sich gegen Elisabeth Ahnert und für die Alte Gärtnerei aus, da die zu benennende Straße auf einem früheren Gärtnerei-Gelände liegt.