Literarisches Quintett erstmals im Tietz

Diskussion Sonderausgabe zum Stefan-Heym-Preis 2017 in Chemnitz

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Im Veranstaltungssaal des Tietz wurden die Werke (von l. nach r.) von Prof. Bernadette Malinowski, Dr. Ulrike Uhlig, Tom Schreiber, Angela Malz und Juliane Dietrich vorgestellt. Foto: Jana Stephan

Am Dienstagabend begann um 19 Uhr das 10. Literarische Quintett im Veranstaltungssaal des Tietz. Seit fünf Jahren ist es eine fest etablierte Veranstaltung auf dem Chemnitzer Campus. Doch dieses Frühlingsquintett ist ein besonderes: eine Sonderausgabe anlässlich der Verleihung des Stefan-Heym-Preises 2017.

Stefan-Heym-Preis zum vierten Mal verliehen

Der Internationale Stefan-Heym-Preis wird seit 2008 von der Stadt Chemnitz verliehen und geht an zeitkritische und couragierte Schriftsteller, die wie Stefan Heym nachhaltig wirkende Literatur herausgebracht haben. Dieses Jahr ging der Preis an die polnische Autorin Joanna Bator. Bisher wurden Amos Oz (2008), Bora Ćosić (2011) und Christoph Hein (2013) ausgezeichnet.

Beim Literarischen Quintett standen Werke von allen vier Preisträgern sowie der König-David-Bericht von Stefan Heym zur Diskussion. Vorgestellt wurden die Romane von den drei Veranstaltern: Bernadette Malinowski von der Professur für neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft an der TU Chemnitz, Angela Malz von der Universitätsbibliothek und Tom Schreiber vom Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz. Außerdem saßen Ulrike Uhlig, die Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft, und Juliane Dietrich, Studentin der TU Chemnitz, mit auf der Bühne.

König David und Game of Thrones?

Knapp 60 Besucher lauschten gespannt den Diskussionen um die Themen der Werke, die noch immer hochaktuell sind. Dabei ging es vor allem um die Wahrheitsfindung und die Angst vor dem Fremden. Vor allem zur DDR und auch zu Trump wurden immer wieder Vergleiche gezogen. Aber der Abend verlief nicht nur ernst, denn der Vergleich des David-Berichts mit Game of Thrones sorgte für Lacher. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich überzeugten die Werke die Vorstellenden, trotz der teils sehr düsteren Weltdarstellungen.

Insgesamt sprachen sie für alle Werke eine klare Empfehlung aus. Auch waren sie sich einig, dass die Preisträger verdient ausgezeichnet wurden. Noch bis November wird es etliche Veranstaltungen zum Internationalen Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz geben. Mehr Infos gibt es unter www.stefan-heym-preis.de.