Loben und Meckern per MobiApp

Experiment Chemnitzer sollen Stadtverwaltung informieren

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Foto: rodrigobark/Getty Images

Seit Anfang letzter Woche sollen Chemnitzer per App die Stadtverwaltung bei ihrer Arbeit unterstützen. In dem Projekt, das gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation Stuttgart durchgeführt wird, sollen Daten über die Wege der Chemnitzer durch die Stadt gesammelt werden - zugleich kann der Nutzer anonymisiert Rückmeldungen geben, wenn ihm unterwegs etwas auffällt. So kann er gleichermaßen besonders hübsch anzusehende Orte loben oder auch Verschmutzungen und Zerstörungen melden und fehlende Infrastruktur wie Radwege, Papierkörbe oder Fahrradständer kritisieren.

Was passiert mit den Hinweisen?

Alle Anmerkungen sollen dann in die Arbeit der Verwaltung einfließen. Wie genau dies geschieht, steht derzeit aber noch nicht fest, erklärt Anna Galda von der im Bürgermeisteramt eingerichteten Stabsstelle Strategieentwicklung, Morgenstadt, die das Projekt auf der Verwaltungsseite betreut. "Wir haben es mit einem Forschungsprojekt zu tun", erklärt sie, Chemnitz sei Versuchslabor unter Realbedingungen: "Momentan wollen wir Feedback erhalten, in der nächsten Stufe klären wir: Wie landen die Daten schnell in den richtigen Ämtern und wie werden sie bearbeitet.

Mobilität soll verbessern werden

Wichtig sei, langfristig Verbesserungen für die Mobilität der Chemnitzer einzuleiten - dabei könne es auch um bessere Anschlüsse im ÖPNV oder den baulichen Zustand einzelner Verkehrswege gehen. Die "MobiApp Chemnitz" kann man sich als Nutzer eines Android-Handys kostenfrei über den Playstore von Google herunterladen, für weitere Betriebssysteme ist sie derzeit nicht verfügbar.

Wer über kein entsprechendes Gerät verfügt, kann sich im Innenstadt-Café "All in" am Rosenhof ein Handy für bis zu sechs Wochen ausleihen. Bis zum Jahresende soll das Experiment laufen. "Dann werden wir schauen, ob das für uns das richtige Produkt ist", so Galda.