Lokomov wird 6 Jahre alt

Kulturzentrum Buntes Publikum am Fuße des Sonnenbergs

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Im Lokomov feierte am Samstagabend seinen 6. Geburtstag. Foto: Steffi Hofmann

Es ist ein Anlaufpunkt zum kulturellen und künstlerischen Austausch am Fuße des Chemnitzer Sonnenbergs - das Lokomov auf der Augustusburger Straße 102. Das Domizil für Künstler, Musiker, Vereine und sozial Engagierte wurde 2012 vor dem Abriss bewahrt. Am vorherigen Samstag feierte das Lokomov seinen sechsten Geburtstag.

Große Musiker und Künstler empfing das Lokomov bereits

Das Lokomov ist ein Projekt des Vereins Klub Solitaer. Zu den Höhepunkten aus sechs Jahren zählt Thoralf Fröhlich, Mitarbeiter und Verantwortlicher für das kulturelle Programm, die vielen Musiker und Künstler, die er durch die Arbeit kennenlernen durfte, wie zum Beispiel Voodoo Jürgens. "Der hat auf seiner ersten Deutschlandtour bereits in relativ großen Locations wie dem Molotow in Hamburg oder dem Musik&Frieden in Berlin gespielt und ist aber eben auch in unserem kleinen, rammelvollen Lokomov aufgetreten", erzählt Fröhlich.

"Wir bleiben solange hier, bis uns die Welle der Gentrifizierung hinwegfegt."

Doch das Kulturzentrum hatte nicht nur rosige Zeiten. Zwei Anschläge wurden verübt - im Herbst 2016 gab es einen Sprengstoffanschlag, im März 2017 eine beschädigte Schaufensterscheibe. Trotzdem macht das Team weiter. "Wir stehen nicht zitternd hinter der Bar", so Thoralf Fröhlich. Ihn nerve allerdings die Wahrnehmung als linksorientierte Kneipe, die im Rahmen der Anschläge immerwieder mit anklang. "Wir möchten ein Ort sein, an dem sich jeder wohlfühlt, egal ob Student, Hartz IV-Empfänger oder normaler Arbeiter, der auf dem Sonnenberg lebt", betont Fröhlich. Lokale wie das Lokomov stellen für ihn einen Ort der sozialen Durchmischung dar. Und wie blickt er in die Zukunft? "Wir bleiben solange hier, bis uns die Welle der Gentrifizierung hinwegfegt."