"Machet die Tore weit"

Wort zum Sonntag

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Foto: Sven Gleisberg/Archiv

Ich sitze in einer festlich geschmückten Kirche. Ein großer Chor zaubert musikalische Weihnachtsfreude in mein Herz.

Dann erklingt Tobias Michaels "Machet die Tore weit". Diese Aufforderung wirkt in diesem Jahr anders, irgendwie surreal. Zu Hause setze ich mich hin und recherchiere.

Der Thomaskantor lebte in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. "Machet die Tore weit" war auch damals schwer nachvollziehbar. Ganze Städte wurden dem Erdboden gleich gemacht, und unzähligen Menschen Leid angetan. Und dann: "Machet die Tore weit?"

Wer genau hinhört merkt, dass dieser Satz nicht auf Bauwerke abzielt. Gemeint sind die Herzenstüren. Sie sollen sich öffnen!

Die Musik ruft mich auf ungerechte, menschenverachtende Throne zu entmachten-zuerst in mir selbst! Raus mit der Gewalt, mit Verbitterung, Angst und Lähmung. Befreit das Herz von der Klage über Mangel und Benachteiligung. Es ist Zeit für eine gute Nachricht! Es ist Adventszeit! Zeit den zu hören, der ankommt, der ans Herz klopft, der es erneuern und mit Gutem ausfüllen möchte, Jesus Christus.