Macht eine Umschuldung Sinn?

FINANZEN Nie war es günstiger, sich Geld zu leihen, als heute.

Wer sich aktuell Geld leiht, muss nur mit geringen Zinskosten rechnen. Das führt natürlich dazu, dass mehr Verbraucher einen Kredit aufnehmen, um diverse Ausgaben zu decken. Genau das ist auch das Ziel der Zinspolitik der EZB: Unternehmen und Verbraucher zu Investitionen und Konsum anregen, um die Inflationsrate zu erhöhen. Aber diese Geldpolitik hat nicht nur für neue Kreditnehmer einen Vorteil. Auch Personen mit einem Kredit, der schon einige Jahre läuft, können profitieren.

Die anhaltenden Niedrigzinsen sorgen für besonders günstige Kredite. Das gilt sowohl im Bereich der Konsumentenkredite als auch für Baukredite. Wer vor Jahren einen langfristigen Kredit abgeschlossen hat, muss sich aber nicht über die niedrigen Zinsen ärgern, denn eventuell ist eine Umschuldung möglich. Damit lassen sich je nach Kreditvolumen mehrere tausend Euro sparen.

Mit einer Umschuldung hat man die Möglichkeiten, Zinskosten einzusparen. Das ist sowohl mit einem großen Kredit, beispielsweise einem Baudarlehen, oder auch mit mehreren kleineren Krediten möglich. Der alte Kredit bzw. die alten Kredite werden mit einem neuen Darlehen abgelöst. Der neue Vertrag beinhaltet aufgrund der aktuellen Zinslage bessere Konditionen und kann je nach Umfang zu Ersparnissen im vierstelligen Bereich führen.

Gleichzeitig können Sie Ihre finanziellen Verpflichtungen einfacher überblicken, wenn Sie mehrere kleine Kredite ablösen und dafür nur ein größeres Darlehen tilgen müssen. Zum einen haben Sie dann nur einen Gläubiger. Zum anderen ist für viele Menschen psychisch leichter auszuhalten, einen Kredit anstelle von drei oder vier zu bedienen, auch wenn die Kreditsumme die gleiche ist.

Dabei ist eine Umschuldung über online-Kreditportale wie beispielsweiser Bon Kredit als auch über die eigene Hausbank möglich. Die Vorteile einer Umschuldung im Überblick sehen wie folgt aus:

  • Geringere Kosten für den gleichen Darlehensbetrag
  • Einsparungen im drei- bis vierstelligen Bereich möglich
  • Unkomplizierte Umschuldungskredite auch online möglich
  • Bessere Übersicht durch Zusammenlegen mehrerer Kredite

 

Wann ist eine Umschuldung sinnvoll?

Eine Umschuldung sollten Sie in Erwägung ziehen, wenn ein neuer Kredit günstiger ist als der alte. Dabei müssen Sie alle Kosten berücksichtigen, die mit der Ablösung des alten sowie für die Aufnahme des neuen Kredites fällig werden. Der größte Kostenfaktor ist in der Regel die Vorfälligkeitsentschädigung. Es handelt sich hierbei um eine Entschädigungszahlung, die von den Banken verlangt werden kann, wenn der Kredit vorzeitig gekündigt wird.

Ob eine Vorfälligkeitsentschädigung von Ihrer Bank verlangt wird, steht im Kreditvertrag. Darüber hinaus besteht laut § 489 BGB ein ordentliches Kündigungsrecht für alle Kreditverträge, die länger als zehn Jahre laufen. Sie kommen nach zehn Jahren also in jeden Fall ohne Vorfälligkeitsentschädigung aus dem Kreditvertrag heraus. Dies ist beispielsweise häufig bei Baukrediten möglich, weil diese Kreditverträge oft über 20 oder 30 Jahre abgeschlossen werden. Dabei müssen Sie beachten, dass Sie eine sechsmonatige Kündigungsfrist haben.

Eine weitere Ausnahme stellen Kreditverträge mit einem veränderlichen Zinssatz dar. Haben Sie ein Darlehen mit einer variablen Verzinsung, sind Sie jederzeit mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten dazu berechtigt, den Vertrag zu beenden. Eine Vorfälligkeitsentschädigung entsteht in diesen Fällen nicht.

In anderen Fällen wird in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangt. Die Banken sind dazu berechtigt und nehmen dieses Recht logischerweise auch wahr. Durch die vorzeitige Kündigung gehen den Banken nämlich Einnahmen verloren, die sie bereits kalkuliert haben. Laut der Verbraucherkreditlinie ist die Vorfälligkeitsentschädigung für Darlehen, die nach dem 10. Juni 2010 abgeschlossen wurden, an der Restschuld auszurichten.

Läuft der Darlehensvertrag noch länger als zwölf Monate, darf die Vorfälligkeitsentschädigung maximal ein Prozent der Restschuld betragen. Bei weniger als zwölf Monaten Laufzeit sind es maximal 0,5 Prozent. Für ein Darlehen in Höhe von 10.000 Euro wären dies also gerade einmal 100 bzw. 50 Euro. Sparen Sie mit den neuen Konditionen des Umschuldungskredites mehr Geld ein, ist auch die Umschuldung sinnvoll.

Wie bereits oben erwähnt, kann ein neues Zinsumfeld den Ausschlag geben, ob eine Umschuldung sinnvoll ist. Dabei gilt natürlich: Je mehr Zinsen eingespart werden, desto eher lohnt sich die Umschuldung. Zwei bis drei Prozentpunkte können hier schon genügen, um die Kosten für die Umschuldung zu decken und den Aufwand zu rechtfertigen.

Allerdings können auch Ihre Einnahmen steigen, beispielsweise durch eine Beförderung oder einen neuen Job. Das verbessert Ihre Bonität, wodurch Sie bei den Banken eine Chance auf günstigere Konditionen haben. Gleichzeitig können Sie auch die Rahmenbedingungen des Kredits neu festlegen und beispielsweise eine höhere Rate und dafür eine geringere Laufzeit wählen. Auf diese Weise sparen Sie ebenfalls Zinskosten und zahlen insgesamt weniger für das geliehene Geld. Zudem sind Sie schneller schuldenfrei, was dem eigenen Wohlbefinden zugutekommt.

Wenn Sie über eine Umschuldung nachdenken, sollten Sie zunächst klären, was für eine Restschuld zu welchen Zinsen noch offen ist. Daraufhin klären Sie die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung. Eine Ablösebescheinigung von der Bank erleichtert diesen Schritt. Als Nächstes gilt es, die Angebote anderer Kreditinstitute zu prüfen, mit der Sie die Restschuld begleichen können. Aus den alten und den neuen Konditionen können Sie die Ersparnis errechnen, die Ihnen die Umschuldung bringt. Je höher die Ersparnis ist, desto sinnvoller ist die Umschuldung. Wer danach nicht mehr weiß, wohin mit seinem Geld, findet in Chemnitz in einer Ausstellung rund ums liebe Geld womöglich Antworten.


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