Mehr Barrierefreiheit für die Vario-Bahnen

Nahverkehr CVAG investiert rund 6 Millionen Euro

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Die 23 Variobahnen der CVAG werden ab Sommer bis 2019 umgebaut. Foto: Andreas Seidel

Seit mehr als 20 Jahren prägen die Variobahnen der CVAG das Chemnitzer Straßenbild. In diesem Jahr sollen die Bahnen für rund sechs Millionen Euro gleich mehrere neue "Updates" erhalten.

Wie CVAG-Sprecher Stefan Tschök mitteilt, war vor allem das Türsystem ausschlaggebend für die Entscheidung zum sukzessiven Umbau der insgesamt 23 Variobahnen. "Wir werden die Systeme von Außenschwenktüren auf sogenannte Schwenkschiebetüren umrüsten. Ziel ist es, Komplikationen zwischen Türsystem und Haltestellenoberfläche künftig zu vermeiden."

Problem: Außenabstand

Hintergrund des Problems ist die Tatsache, dass im Sinne eines barrierefreien Einstiegs der Abstand zwischen Bahnsteigkante und Wagenboden höchstens fünf Zentimeter beträgt. "Bei einem hohen Passagieraufkommen oder Rollsplitt an der Haltestelle verringert sich dieser Abstand natürlich. In der Folge könnten die Türen, die sich rund 20 Zentimeter nach außen öffnen, auf dem Boden schleifen."

Dieses Problem wolle man lösen, indem sich die Türen künftig nur noch wenige Zentimeter nach außen öffnen. Für die Umrüstung geht es für die Bahnen in die CVAG-Werkstatt nach Stolberg, wo ab Sommer bis voraussichtlich 2019 umgebaut wird.

Lösung für Blinde und Sehbehinderte

Das Türsystem bot zugleich Anlass für die Umsetzung einer weiteren Neuerung. So wird die Außenhülle der Fahrzeuge zum Resonanzkörper für eine Außenansagevorrichtung, die bereits in Erfurt im Einsatz ist. Tschök: "Für Chemnitz ist das System neu. Bei der Einfahrt in die Haltestelle gibt die Bahn akustisch Linie und Fahrtrichtung durch. Damit tragen wir zum Beispiel den Anforderungen von blinden und sehbehinderten Menschen Rechnung."

Auch die Klimaanlagen sollen aufgerüstet werden, um in den kommenden Jahren einen stabileren Betrieb zu gewährleisten. Zum Modernisierungspaket gehören außerdem die weitere Ausstattung mit Tagfahrlicht und die kontinuierliche Verbesserung der Fahrerarbeitsplätze.