Mehr Industrie? Ja, aber nicht bei uns!

Umfrage Sachsen sehen Kleinteiligkeit der Unternehmen als Problem

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Produktion im VW-Werk Zwickau. Foto: Volkswagen AG

Mit der sächsischen Industrie verbinden viele Menschen die Schaffung von Arbeitsplätzen, den industriellen Fortschritt und Innovationen. Dennoch sehen nicht wenige die Kleinteiligkeit der sächsischen Industrie problematisch.

Menschen wünschen sich größere Industriebetriebe

Auch Arbeitsbedingungen werden teilweise kritisch bewertet. Das ist das Ergebnis der neuen Studie, die das FOG-Institut für Markt- und Sozialforschung im Auftrag der Industrie- und Handelskammer Chemnitz durchgeführt hat. Hierbei wurden 750 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 74 Jahren zur Wahrnehmung der produzierenden Unternehmen befragt.

Jeder zweite Sachse bewertet das Image der Industrie mit "gut" oder "eher gut". Jedoch wünschen sich die Menschen noch mehr und vor allem noch größere Industriebetriebe. Denn mit der Industrie verbinden mehr als 90 Prozent der Befragten Arbeits- und Ausbildungsplätze und Fortschritt.

Knapp 85 Prozent der Befragten halten neugebaute industrielle Großanlagen für unverzichtbar für die Weiterentwicklung der sächsischen Wirtschaft. Dennoch: Industrieunternehmen in der unmittelbaren Umgebung stehen die Sachsen skeptisch gegenüber, denn auch Schornsteine, Rauch und Umweltschäden stünden für diesen Wirtschaftsbereich.

In Sachsen arbeiten rund 319.000 Menschen (20 Prozent der Gesamtbeschäftigten) in der Industrie beziehungsweise im Verarbeitenden Gewerbe. Im Kammerbezirk Chemnitz sind es 143.500 (26 Prozent). 13.500 Industrieunternehmen existieren in Sachsen, rund 6.100 im Kammerbezirk. 2017 stiegen die Umsätze sachsenweit um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.