Mehr Platz für Waldorfschüler

Bildung Freie Schule an der Sandstraße erhält Fördermittel für Bauprojekte

Es komme nicht oft vor, dass ein Kultusminister mit Fördermitteln eine Waldorfschule besucht, sagte Christian Piwarz am Mittwoch auf der Sandstraße. "Aber staatliche und freie Schulen sollen gleichberechtigt sein, auch bei Fördermitteln", betonte er. Im Gepäck hatte der Minister zwei Bescheide von insgesamt rund 3,2 Millionen Euro.

Handwerk soll gefördert werden

Der Waldorfschulverein Chemnitz will mit dieser Fördersumme aus dem EFRE-Programm einen geplanten Erweiterungsbau und den Umbau der Industriehalle auf der Sandstraße realisieren. Der Umbau der Industriehalle, der früher eine alte Stahlgießerei war, umfasst förderfähige Gesamtbaukosten von 1,2 Millionen Euro, die zu 100 Prozent gefördert werden. Hier sollen künftig die Schmiede, Kupfer- und Holzwerkstatt sowie das Mal- und Kunstatelier mit Multifunktionsraum und Handarbeitsraum ihren Platz finden.

Ausbau für die Schüler

Der daran anschließende Erweiterungsbau wird mit rund zwei Millionen gefördert. Das entspricht einer 75-prozentigen Förderung der zuwendungsfähigen Gesamtkosten von etwa 2,7 Millionen Euro. "Wir müssen also auch noch einen großen Teil aus eigener Tasche drauflegen", sagte Christian Wolf, Geschäftsführer des Waldorfschulvereins Chemnitz. Im Neubau sind je zwei große und kleine Klassenzimmer, eine Ton-Werkstatt, zwei Räume für den Schulclub und die Hausmeisterei vorgesehen. Ein Baubeginn im Herbst sei das Ziel des Vereins, so Wolf.

Notwendig wird die Erweiterung der Waldorfschule aufgrund wachsender Schülerzahlen. Schon jetzt übersteigt die Nachfrage das räumliche Angebot. In Zukunft ist eine Dreizügigkeit der Schule geplant. Derzeit werden rund 466 Schüler von 58 Lehrern und mehreren Einzelfallhelfern unterrichtet. Zusätzlich hat die Schule in der Stadt Chemnitz ein Konzept zur Nachnutzung der nahegelegenen Bornaer Grundschule erstellt.