Mehr Platz für individuelle Förderung

Einweihung Stadt investiert 135.000 Euro in neue Inklusionsbereiche der Annen-Oberschule

In kaum einer anderen Chemnitzer Oberschule wird das Thema Inklusion so gelebt wie in der Annenschule. Von 307 Kindern, die aktuell die Einrichtung besuchen, haben rund 40 Prozent einen besonderen individuellen Förderbedarf. Sie müssen entweder noch Deutsch lernen oder bringen Handicaps wie Legasthenie, Schwerhörigkeit oder eine Beeinträchtigung des arithmetischen Denkens mit. Hinzu kommen 26 Kinder, die als Förderschüler in der Schule inklusiv unterrichtet werden. Um für diese Schüler eine Einzel- und Gruppenförderung zu ermöglichen, wurden in den letzten Monaten sogenannte Lerninseln geschaffen. "Schüler, die sich leicht ablenken lassen, können sich je nach Bedarf mit einer Aufsichtsperson zurückziehen und mit der nötigen Ruhe individuell gefördert werden", freute sich Heike Steinert, stellvertretende Schulleiterin. "Wichtig ist es, für jede Schülerin und jeden Schüler gleich von Anfang an die richtige Herangehensweise herauszufinden und zu fördern." Im Obergeschoss der Schule stehen dafür nun zwei weitere Räume zur Verfügung. Doch wie schafft man neue Räume in einem bestehenden Gebäude? "Der breite Flur gab so viel Platz her, dass man ihn auf die Hälfte reduzieren und mittels Trockenbauweise neue Räume abgrenzen konnte", klärt Schulamtsleiter Jirka Meyer auf.

Investition von 135.000 Euro für individuelle Förderung

Zusammen mit Burkhard Heinze, dem stellvertretenden Präsidenten des Landesamtes für Schule und Bildung, weihte er am Mittwoch die neuen Förderinseln der Schule ein. Er sieht keinen Widerspruch zwischen der aktuellen Investition der Stadt von rund 135.000 Euro und der Tatsache, dass die Oberschule in vier Jahren ihren Standort wechseln wird: "Das ist kein herausgeschmissenes Geld. In vier Jahren wird das Gebäude ein Grundschulstandort sein. Ich bin mir sicher, dass die neuen Räume dann weiterhin rege genutzt werden."