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Mieter und Vermieter sind vor dem Gesetz gleichgestellt!

Die Wohnungssuche ist in vielen deutschen Großstädten heutzutage leider keine Freude. Ebenso hört man häufig auch Horrorgeschichten von Problemen, die sich zwischen Vermietern und Mietern abspielen. Wohnung kurzfristig gekündigt, Nebenkosten viel zu hoch, Mieter, die den Wohnraum herunterwirtschaften - die Übeltäter finden sich auf beiden Seiten. Da die Wohnsituation für die meisten Menschen eine emotionale Angelegenheit ist, heizen sich Konflikte häufig sehr schnell auf. Aus diesem Grund sind die Rechte und Pflichten beider Parteien auch klar im Gesetz geregelt.

Mieter, die in der heute deutlich angespannteren Immobiliensituation froh sind, eine Wohnung gefunden zu haben, fühlen sich oftmals in einem eher unangenehmen Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Vermieter, wobei in diesem Kontext beispielsweise die  Chemnitzer noch eine der besten Ausgangslagen, im Vergleich zu anderen deutschen Städten haben, denn die Chemnitzer haben mit die geringsten Mietpreise im Vergleich zu allen anderen Großstädten Deutschlands. Immer mehr Mieter neigen aber immer häufiger dazu, den Forderungen ihrer Vermieter schnell nachzugeben und sich auch einiges Gefallen zu lassen. Das müssen sie jedoch nicht - vor dem Gesetz sind Mieter und Vermieter gleichgestellt. Umso wichtiger ist es daher, dass Mieter sich Ihrer Rechte bewusst sind und dafür sorgen, dass diese in einer Kommunikation auf Augenhöhe natürlich auch eingehalten werden.

Nebenkosten überprüfen

Neben der Kaltmiete, die einzig den Wohnraum an sich beziffert, werden im Mietvertrag in der Regel noch zusätzlich die Nebenkosten ausgeschrieben. Dabei handelt es sich um alle Kosten, die der Vermieter fortlaufend durch die Bewirtschaftung des Grundstückes und des Hauses hat. Wurde dies im Mietvertrag vereinbart, kann ein Vermieter diese Kosten gegenüber seinen Mietern geltend machen. Einmal jährlich ist der Vermieter verpflichtet, eine Nebenkostenabrechnung zu erstellen. Zu etwa zwei Drittel macht die Nebenkostenabrechnung Heizungs- und Wasserkosten aus. Viele Mieter nehmen diese kommentarlos hin und zahlen einfach, was von ihnen gefordert wird. Dabei ist es allerdings in vielen Fällen sinnvoll, die Nebenkostenabrechnung zu prüfen, da sich nicht selten Fehler einschleichen. Wenn Mieter beispielsweise den Winter über sparsam geheizt haben und dennoch nachzahlen sollen, wurden möglicherweise zu hohe Kosten auf sie umgelegt. Hat der Mieter die Nebenkostenabrechnung geprüft und dabei Fehler gefunden, gibt es eine Frist von einem Jahr, um Widerspruch einzulegen. Nach Ablauf dieses Jahres können keine Einwände gegen die Abrechnung mehr geltend gemacht werden.

Maklergebühren umgehen

Seit dem Jahr 2015 ist im Paragraph 2 des Gesetzes zur Regelung der Wohnraum-Vermietung festgelegt, dass derjenige den Makler bezahlen muss, der ihn auch beauftragt hat. Oftmals ist es immer noch so, dass Vermieter einen Makler in Anspruch nehmen und dessen Honorar schließlich als Kostennote an den Mieter abwälzen. Dies ist jedoch nicht rechtens. Hat ein Mieter ungerechterweise Maklergebühren bezahlt, kann er sie nach den Regeln zur ungerechtfertigten Bereicherung des Bürgerlichen Gesetzbuches zurückfodern. Die Frist dafür beläuft sich auf drei Jahre.

Mietminderung einfordern

Tritt ein Mietmangel im Wohnraum auf, kann der Mieter vom Vermieter eine Beseitigung dieses Mangels fordern. Mietmängel können beispielsweise sein, dass das warme Wasser nicht funktioniert, es durch geschlossene Fenster zieht oder die Heizung ständig ausfällt. In dem Zeitraum, in dem der Mangel vorliegt, hat der Mieter ein Recht auf Mietminderung, da er den Mietgegenstand nicht vollumfänglich nutzen kann. Allerdings muss der Mieter dabei darauf achten, die Mietminderung nicht zu hoch anzusetzen - in diesem Fall droht nämlich bisweilen eine Kündigung. Außerdem gibt es Gründe, aus denen eine Mietminderung ausgeschlossen ist. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Mieter bei Einzug in die Wohnung die Mängel bereits gekannt hat. Auch darf die Miete nicht einfach so geändert werden. Zunächst muss der Vermieter über den Mangel in Kenntnis gesetzt werden, damit er auch die Möglichkeit hat, darauf einzugehen. Bei Unsicherheiten ist es in dieser Frage sinnvoll, lieber vorab einen Anwalt um Rat zu fragen.

Besuchsrecht

Mieter dürfen in ihrer Wohnung so viel Besuch empfangen, wie sie wollen und von wem sie wollen. Dabei spielt auch das Geschlecht des Besuches keine Rolle - ebenso wenig, wie lange der Besuch bleibt oder ob er regelmäßig kommt. Den Vermieter haben diese Dinge nicht zu interessieren. Besonders bei untervermieteten Zimmern werden bisweilen Klauseln in den Vertrag eingefügt, die den Besuch einschränken. Diese sind jedoch in der Regel unwirksam. Selbstverständlich dürfen Besucher auch in Mietwohnungen übernachten. Einen Unterschied macht es jedoch, wenn Gäste offiziell als Mitbewohner in die Wohnung aufgenommen werden sollen. In diesem Fall muss der Vermieter vorab um Erlaubnis gefragt werden. Andernfalls droht auch hier die Kündigung des Mietverhältnisses. Kinder des Mieters und Ehepartners sind von dieser Regelung ausgenommen. Allerdings gibt es Umstände, in denen die Mieter einen Anspruch auf die Erteilung der Erlaubnis haben. Beispielsweise dann, wenn es wegen finanzieller Engpässe, beispielsweise durch Arbeitslosigkeit oder Mieterhöhung passiert, dass der Mieter auf einen Mitbewohner angewiesen ist.



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