Migration - Ausnahme oder Regel?

Gesellschaft Auftaktvortrag für neue Reihe "Schmelztiegel Chemnitz" am 28. Februar

Migration kann viele Ursachen und verschiedene Folgen haben - für die Migranten selbst, aber auch für die Zurückgebliebenen sowie für die aufnehmenden Gesellschaften. Fakt ist: Die Geschichte der Menschheit ist geprägt von Austausch und Mobilität. Gerade Städte sind ohne die geographische Mobilität von Menschen gar nicht denkbar.

Dieses Spannungsfeld ist Thema der neuen Veranstaltungsreihe "Schmelztiegel Chemnitz" des Industriemuseums. Den Auftakt gestaltet Birgit Glorius, Inhaberin der Professur Humangeographie mit dem Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung der TU Chemnitz. Die Professorin erläutert am 28. Februar im Industriemuseum Chemnitz, Zwickauer Straße 119, wesentliche Begriffe und Konzepte der internationalen Migration. Zudem zeigt sie am Beispiel Deutschlands auf, unter welchen Perspektiven Migrationsprozesse betrachtet werden können und welche Ursachen und Folgen sie haben. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr.

Steigende Zahl an Migrationen

Hintergrund: Nach Angaben der Vereinten Nationen stieg die Zahl weltweit mobiler Menschen von 1960 bis 2018 von etwa 75 Millionen auf fast 244 Millionen an. Diese Migrationen können unterschiedliche Ursachen haben. Flucht oder Zwangsmigration ist nur eine davon, wenn auch eine bedeutende. So gab es allein 2018 weltweit über 60 Millionen Flüchtlinge beziehungsweise innerhalb des eigenen Landes Vertriebene.

Deutschland hat seit dem Zweiten Weltkrieg immer wieder große Zuwanderungsströme aufgenommen. Dazu zählen auch die sogenannten Gastarbeiter der BRD, die seit dem Anwerbestopp 1973 zunehmend sesshaft wurden und inzwischen eine zweite und dritte Generation von Deutschen mit Migrationshintergrund hervorbrachten. Auch die DDR kannte Arbeitsmigration und die Aufnahme von Geflüchteten.

Aktuelle Lage

Im wiedervereinten Deutschland standen in den vergangenen Jahren vor allem Asylsuchende im Fokus. Zudem kam eine mindestens ebenso große Anzahl von sogenannten "EU-Migranten" im Rahmen der europäischen Freizügigkeitsregelung nach Deutschland. Neben einer aufenthaltsrechtlichen Komponente bedeutet Freizügigkeit für Unionsbürger, sich in jedem Mitgliedstaat wirtschaftlich betätigen zu können, also unselbständig oder selbständig, dauerhaft oder vorübergehend tätig zu sein.