Mit Aktfotos gegen Aids

Kalenderprojekt In Chemnitz entstanden Aufnahmen, die der Aufklärung helfen sollen

Aufklären und Aufmerksamkeit erregen - so will der Verein Aidshilfe Chemnitz Menschen vor der Infizierung mit der Immunschwächekrankheit bewahren. Dabei dachten die Helfer an Naheliegendes: "Sex sells", zu gut deutsch: Sex verkauft sich am Besten. Das wollen sie nun mit einem besonderen Projekt beweisen. Insgesamt 13 Mädchen ließen in den vergangenen Monaten die Hüllen fallen und sich anschließend für einen Aktkalender ablichten. Der Kalender wird in bei der Aidshilfe verkauft. Der Preis von 20 Euro - Käufer können auch mehr geben - fließt direkt an den Verein. Das Besondere und wohl sachsenweit Einzigartige: Nicht irgendwelche Models zogen für die verschiedenen Monatsseiten blank, sondern Mitarbeiterinnen der Aidshilfe. Zum Beispiel Jenny Gärtke. Die 24-Jährige ist eigentlich ein ganz stiller Typ, Mutter zweier Kinder und studiert an der Hochschule in Mittweida das Fach Soziale Arbeit. Bluse auf und Hose runter - das traut man ihr zunächst mal gar nicht zu. Sie sagt jedoch: "Ich habe das Projekt selbst mit ins Leben gerufen, wusste daher, dass die Arbeit am Kalender absolut seriös von statten geht."

Auch die Aufnahmen. Sie wurden an verschiedenen Chemnitzer Orten, zum Beispiel in der Kletterhalle am Konkordiaplatz, in einem Bus des städtischen Nahverkehrs und im kleinen privaten Fritz-Theater gemacht. Jenny Gärtke posierte am Brunnen vor der Stadthalle. Peinlich war ihr das nicht. "Wir haben die Fotos am späten Abend gemacht, da war sowieso kaum noch jemand unterwegs", erinnert sie sich. Mit dem Erlös aus dem Kalender soll ein Projekt namens "Mops" (Mobiles Oeffentlichkeits- und Präventionsteam für Sexualaufklärung) unterstützt werden. Der Begriff dient als Abkürzung für das neu gegründete Ehrenamts-Team der Aidshilfe. Der Chemnitzer Verein wurde am 13. Dezember 1990 gegründet und ist seitdem Mitglied in der Deutschen AIDS-Hilfe.