Mit aktueller Lage zufrieden

Wirtschaft Gute Stimmung bei regionalen Unternehmen

Handwerk, Industrie, Handel und Dienstleister in der Region sind derzeit mit ihrer wirtschaftlichen Lage so zufrieden wie lange nicht. Dies erklärten Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer Chemnitz am Donnerstag vor Pressevertretern. Der Gesamt-Geschäftsklimaindex der Wirtschaft im Kammerbezirk liegt mit 128 Punkten fünf Punkte über den Vorjahreswert: Neun von zehn Unternehmen bewerten ihre Lage als gut oder befriedigend. Das Handwerk erreichte sogar ein Allzeit-Hoch bei der Lageeinschätzung: "Insbesondere die Gesundheitsgewerke schätzen ihre Lage immer positiver ein, die Nahrungsmittelgewerke haben sich stabilisiert", erklärte Handwerks-Präsident Dietmar Mothes. Die Erwartungen für die Zukunft bleiben insgesamt hingegen ein wenig hinter der positiven Lageeinschätzung zurück: "Das ist vielleicht die Mentalität der Sachsen", so IHK-Präsident Franz Voigt. Zum Sorgenkind entwickelt sich aktuell die Inlandsnachfrage - diese wird von der Hälfte der 2.000 von den Kammern befragten Unternehmen derzeit als größter Risikofaktor gesehen. Die Einführung des Mindestlohns führte dazu, dass steigende Arbeitskosten zum zweitgrößten Risikofaktor wurden, der Fachkräftemangel rangiert auf dem dritten Platz. Alle Zahlen stammten aus der Zeit vor der Aufdeckung der VW-Abgas-Schummeleien. Angesichts der Abhängigkeit der Region von der Autobranche mahnte Voigt: "Wir sollten uns die Branche nicht kaputtreden." Sicher war er aber auch, dass der Skandal "nicht ohne Blessuren" an der regionalen Wirtschaft vorbeigehen wird. Im Hinblick auf die Zahl zu integrierender Flüchtlinge erklärten die Kammern übereinstimmend, dass die regionale Wirtschaft bereitstehe. "Das Interesse unserer Unternehmen an neuen Mitarbeitern ist groß. Da spielt die Herkunft gar keine Rolle", so IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich. "Die wichtigste Voraussetzung sind gute Deutschkenntnisse." Da sei die Politik gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.