Mit dem Pfeil ins Schwarze

Feste Bogenschütze Knut Kieschkar "trifft" zu Ostern auf der Burg Rabenstein

Ins Schwarze treffen ist nicht unbedingt das, was Knut Kieschkar als zielgenau ansehen würde. Im Bogensport hat nur Chancen, wer Gelb oder Rot trifft. Und der Chemnitzer weiß, wovon er spricht: Mit dem Langbogen ohne Visier wurde er in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Folge Landesmeister und im Team sogar Deutscher Meister. Schon als Kind schoss er, wie viele Jungen, mit Pfeil und Bogen, war dann aber zunächst Leistungsschwimmer in der DDR. Als Student kam er zum Bogen zurück. Da half er auf dem Rabensteiner Mittelaltermarkt am Bogenstand aus und war sofort begeistert. Er richtete dort das erste Turnier aus, machte seinen Trainerschein und betreibt seit fünf Jahren ein eigenes Geschäft für Bogensport - natürlich mit persönlicher Beratung: selbst die Pfeile werden den Bedürfnissen des Kunden angepasst: "Bei den modernen Bögen ist die Schwierigkeit immer der Schütze, nie das Material." Er selbst will nun auf den Recurve-Bogen umsteigen, denn das hoch technisierte Gerät erlaubt auch die Olympiaqualifikation. "Ich suche wieder die Herausforderung", sagt Kieschkar.

Auch dem Treiben auf dem Mittelaltermarkt ist er treu geblieben und ist am Osterwochenende wieder auf der Burg Rabenstein zu sehen. Als Knut von Rabenstein empfängt er dort mit seiner Frau und seinen Töchtern Gäste zum Bogenschießen im historischen Gewand. Was nach freizeitlichem Ausgleich klingt, ist für ihn allerdings vor allem hartes Geschäft - gerade beim Laienpublikum, das unter Umständen schon den ein oder anderen Becher Met intus hat. "Man darf nicht vergessen: Ein Bogen ist eine Waffe", sagt der Schütze. Wenn der Gast am Ende trotzdem glaube, das sei alles buntes Treiben, habe er seine Sache gut gemacht.



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