Mit dem Schrubber gegen braune Parolen

Schau Irmela Schramm zeigt bedrückende Fotos

Es ist ihre Mission, ihre Lebensaufgabe. Mit Farbdosen, Nagellackentferner und einem Schaber im Gepäck zieht Irmela Mensah-Schramm seit 26 Jahren durch ganz Deutschland, um rechtsextremistische Plakate, Aufkleber oder Graffiti aus dem Straßenbild zu entfernen. Mehr als 100.000 Spuren braunen Gedankengutes hat sie bislang beseitigt. "Geistiger Dreck", wie sie selbst sagt.

Dreck, den sie vor jeder Beseitigungssaktion zunächst fotografiert. Dies resultierte irgendwann in einer Fotoausstellung, die bislang 375 Mal in der Bundesrepublik, aber auch im Ausland zu sehen war. Seit gestern sind die bedrückenden Zeugnisse der Intoleranz im Kulturzentrum Kraftwerk ausgestellt In den vergangenen Jahren, so der Eindruck der Berlinerin habe sich die Zahl der rechtsextremen Provokationen im öffentlichen Raum sogar noch deutlich erhöht. Für die 67-Jährige ist das allerdings kein Grund zur Resignation, sondern eher ein Ansporn. Und auch so manch Anfeindung, zu denen es immer wieder einmal komme, stecke sie weg. "Wenn man mir sagt, ich sei intolerant kann ich nur sagen: Blödsinn. Denn Meinungsfreiheit endet dort, wo Hass und Menschenverachtung beginnen", sagt Mensah-Schramm.

Die Ausstellung mit dem Titel "Hass vernichtet" ist bis 30. November zu sehen.